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CEO mit 17? - Führungskräfte von Morgen

INTERVIEW | Fortschritt braucht Wandel - Welche Art von Wandel in einer neu gedachten Unternehmensführung und mit der Generation Z notwendig sind, erklärt dir Andre Braun im heutigen Interview.

INTERVIEW | Fortschritt braucht Wandel - Welche Art von Wandel in einer neu gedachten Unternehmensführung und mit der Generation Z notwendig sind, erklärt dir Andre Braun im heutigen Interview.

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22.10.2020 | Ein Interview von Tabea Dammann

Nicht viele Leute können sich mit 17 oder 18 als Start-up Gründer bzw. CEO eines erfolgreichen Unternehmens bezeichnen. Andre Braun jedoch schon. Er hat im Alter von 17 Jahren das Start-Up PlutusMedia gegründet, welches sich auf die nachhaltige Unternehmensentwicklung konzentriert hat. Im heutigen Interview erklärt Andre, warum es junge Unternehmer*innen in der heutigen Zeit braucht, wie man es schafft bereits in so jungen Jahren ein Unternehmen zu leiten und welches Potenzial die Generation Z mit sich bringt.

Tabea Dammann, JOBVERDE: Hallo Andre, Hand auf´s Herz: du bist 17. Wie kommt man in so einem Alter darauf, ein Unternehmen zu gründen?

Andre Braun, CEO von PlutusMedia: Hallo Tabea, das ist eine gute Frage – vorab muss ich ehrlich ergänzen, dass ich inzwischen 18 Jahre alt bin. Wie schnell doch die Zeit vergeht… Spaß, wie kam ich darauf? Nun ja, zumal muss ich sagen, dass ich beide Gründungen mit meinem Geschäftspartner Marco Kraemer umgesetzt habe. Aber angefangen hat alles mit bereits 14 Jahren – ich hab mit Placements auf YouTube angefangen und schnell gemerkt, dass das, was ich mache, auch funktioniert. Und ich habe dann auch ein Praktikum beim YouTube-Netzwerk angefangen. Das fand ich nicht „so“ geil!

Während meiner Zeit dort wurden meine Vorschläge und Ideen, Prozesse zu verbessern, oft und ohne ersichtlichen Grund nicht berücksichtigt. Das lag wohl an meinem Alter – or whatever. Mich hat auch einfach die Vorstellung gereizt, frei zu sein: In meinem Handeln, in meinem Sein, ohne den klassischen Weg „Abi – Studium – Anstellung“ gehen zu müssen. Also dachte ich mir, warum nicht das Heft selbst in die Hand nehmen und das haben wir gemacht.

Was ist das Besondere an dir? Bist du mit deinen Fähigkeiten und deinem Führungstalent geboren oder hast du einfach sehr früh angefangen, dir Wissen anzueignen?

Das Besondere an mir… ich würde sagen in erster Linie das große und visionäre Denken. Den Mut zu sagen „in drei Jahren sind wir ein weltweit agierendes Unternehmen mit mehreren tausend Websites, die wir für unsere Kunden kreieren und das vollständig automatisiert und nachhaltig digitalisiert“.

Ich denke, man hat diese Fähigkeit, Geschäftsführer oder Selbstständiger zu sein oder eben nicht. Ich für mich glaube, dass ich – wenn man das so sagen kann – das Glück hatte, mit dieser Fähigkeit geboren worden zu sein. Aber natürlich reicht das Angeborene nicht aus, sondern man muss sich unfassbar viel weiterbilden. Und damit habe ich relativ früh angefangen.

Denkst du, dass jeder auch in jungen Jahren schon die Führung eines Unternehmens übernehmen kann? Wenn ja: Wieso finden wir trotzdem größtenteils überspitzt gesagt „alte, weiße Männer“ in Führungspositionen?

Schwierige Frage: Grundsätzlich denke ich, dass man Unternehmensführung bis zu einem gewissen Grad erlernen kann. Also können auch manch jüngere Menschen die Führung eines Unternehmens übernehmen. Aber und das muss gesagt sein, die Mehrheit der jungen Menschen kann es wohl eher nicht. Viele können zwar selbstständig arbeiten, aber sie können kein Unternehmen leiten. Ganz einfach aus dem Grund, weil nicht jeder dafür gemacht ist.

Ja, die „alten, weißen Männer“ – die waren (höchstwahrscheinlich) auch mal jung, aber klar in vielen Unternehmen haben wir noch solche Strukturen. Das liegt wohl auch daran, dass mit dem Alter auch Kompetenzen assoziiert werden. Ich kann mir vorstellen, dass sich das in den kommenden Jahren ändern wird. Junge Unternehmer*innen drücken in den Markt und werden hoffentlich diese alten Strukturen bis zu einem gewissen Grad auflösen.

Ich kann mir vorstellen, dass dir sehr viele Vorurteile begegnen. Sätze wie „Hast du überhaupt die Fähigkeiten für sowas?“ oder „Hast du einfach nichts Besseres zu tun?“ sind bestimmt Anschuldigungen, die dir oft gegen den Kopf geworden werden. Mit welchen Kommentaren musst du dich noch so rumschlagen und wie steckst du sowas weg?

… ja, solche Fragen kamen schon mal vor. Aber auf solche Fragen wie „Hast du nichts Besseres zu tun?“ kann ich immer schnell eine Antwort geben: Mit meiner Arbeit habe ich eben etwas „Besseres“ vor. Ich will weltweit in allen Bereichen digitalisieren und nicht die Digitalisierung zu einem Privileg von Einzelnen verkommen lassen. Ich will alle auf die kommende Zeit vorbereiten – weil wir uns klar werden sollten: Die Digitalisierung ist in ein oder zwei Jahren vorbei und dann geht es in das Zeitalter der Automatisierung. Wenn dann manche Unternehmen immer noch digitalisieren, dann werden die ganz schnell nicht mehr mitspielen – denn durch die Automatisierung werden Produkte und Dienstleistungen viel schneller umgesetzt und an die/den Kund*in gebracht.

Lass uns über die Generation Z sprechen. Sowieso ist es schwierig, diese Generation einzuordnen. Es wird sich derzeit immer noch über eine gültige Kategorisierung gestritten. Was verstehst du unter der Generation Z?

Wir stehen vor allem für eine Generation, die mehr als alle anderen Generationen zuvor extrem Smartphone affin ist. Eine Generation, die sich von Anfang an mit Digitalisierung beschäftigt hat – man könnte sagen: Digitalisierung ist ein zentraler Teil unserer Sozialisation. Andere wichtige Themen sind natürlich Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Ich denke auch, dass das Umweltbewusstsein immer stärker kommen wird, vielleicht auch aus dem Grund, weil wir die Industrialisierung nicht erfinden mussten, sondern in diese Welt hineingeboren wurden. Daher kommt auch jetzt die Freiheit, sich reflektierter mit diesem Thema zu beschäftigen.

Die Generation Z ist auch eine sehr emotionale Generation. So kommt auch bei uns im Unternehmen immer mehr vor, dass man mit seinen Kolleg*innen wirklich befreundet ist. Die Distanz baut sich immer mehr ab und das sehe ich als absoluten Vorteil. Es kann aber auch zu Komplikationen führen. In manchen Situationen fehlt dann ein wenig die Objektivität – die berufliche Kategorisierung unterliegt dann nicht der Leistung, sondern der Sympathie.

Wieso denkst du, ist diese Generation am fähigsten dazu, Unternehmen zu leiten bzw. die Führungsebene zu erobern?

Natürlich sind auch ältere Generation noch immer in der Lage, ein modernes Unternehmen zu führen. Dazu kommt auch, dass es (noch) nicht so viele jungen Menschen gibt, um ein globales Unternehmen wie Tesla oder Apple nur mit 18 bis 25-Jährigen aufzuziehen. Aber ich denke, der entscheidende Vorteil der jüngeren Generation ist: Wir sind lockerer und entspannter! Das hat aber auch viel mit der Grundeinstellung zu tun und die bildet sich mehr und mehr.

Die Generation Z drängt zunehmend auf den Arbeitsmarkt. Inwiefern ergeben sich dadurch neue Herausforderungen für den klassischen Arbeitgeber?

Für Konzerne ist es oft sehr schwierig, sich auf die kommenden Generationen vorzubereiten – neue Generationen verlangen immer nach neuen Strukturen und deren Implementierung braucht in vielen Firmen extrem viel Zeit. Und die steht nicht immer in großen Umfang zur Verfügung oder man nimmt sie sich auch nicht. Da kommen dann Themen auf wie: Gleitzeit, Home-Office oder Empathie für seine Mitarbeiter*innen. Die Menschen wollen „gesehen“ werden und man muss sich auch mit ihnen auseinandersetzen – sie müssen aktiv in die Entscheidungsprozesse eingebunden werden, auch oder vor allem die jungen Menschen.

Unternehmen müssen natürlich auch attraktiv werden/bleiben für die nächste Generation und die darauffolgende Generation… und immer so weiter! Das bedeutet auch, dass man mehr auf die individuellen Bedürfnisse eingehen und den stetigen Wandel in den Mittelpunkt stellen sollte. Organisationen sollten sich auch fragen: Warum sollte die Gen Z bei mir arbeiten wollen? Das wird immer interessanter, gerade in Jobs, die eben nicht „so gern“ besetzt werden. Hier muss man kreativ werden und sich mit der Generation Z noch stärker auseinandersetzen – sonst bleiben einem diese Stellen frei!

Vielen Dank, Andre! Das war sehr interessant zu hören. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg auf deinem weiteren Karriereweg.

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Bildquellen: Unsplash und Andre Braun 
Beim Headerbild handelt es sich um ein Symbolybild und nicht um Andre Braun
 



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