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INTERVIEW | Yvonne Kania verhilft Frauen in ihrer Masterclass zu einer Steigerung des eigenen Selbstwerts und Gehalts

INTERVIEW | Yvonne Kania verhilft Frauen in ihrer Masterclass zu einer Steigerung des eigenen Selbstwerts und Gehalts

09.09.2020 | Ein Interview von Tabea Dammann und Fenja Zingsheim

Frauen verdienen nach wie vor 21% weniger als Männer. Und das unverändert seit 1995. Da es so nicht mehr weitergehen kann, bietet Yvonne Kania eine Masterclass für Frauen zum Thema „Selbstwert und Gehalt“ an. Was du dir darunter vorstellen kannst, erklärt sie dir im heutigen Interview.

JOBVERDE: Frau Kania, beschreiben Sie uns gerne einmal Ihren Werdegang und mit welchen Thematiken Sie sich auf diesem Wege beschäftigt haben.

Yvonne Kania: Tatsächlich bin ich einer Arbeiterfamilie mit hemmenden Glaubenssätzen entwachsen. Meine Mutter sagte immer zu mir, ab der 9ten Klasse geht es in die Fabrik. Ich bin einen langen Weg gegangen, auch was meine persönliche Entwicklung angeht und habe einen wesentlichen Glaubenssatz verändert: aus „hart und mit Kampf vorankommen“ bin ich mittlerweile bei „gelassen und leicht zum Erfolg“ angekommen. Jetzt verantworte ich einen Standort und eine Abteilung. Das Ganze in der Automobilindustrie.

Sie bieten neuerdings eine Masterclass zum Thema „Selbstwert und Gehalt“ an. Was können wir uns darunter vorstellen?

Bei der Masterclass geht es um Dein Selbstwert und Dein Gehalt. Mit konkreten Impulsen, Tipps, Beispielen und Übungen möchte ich andere Menschen und insbesondere Frauen dazu anregen, ihre Haltung hinsichtlich Gehaltsverhandlungen zu überprüfen und ggf. zu verändern. Die Masterclass ist für u.a. Frauen, die sich ihres eigenen Wertes (noch) nicht bewusst sind. Zugleich richtet sich diese auch an diejenigen, die bereits Erfahrungen in Gehaltsverhandlungen gesammelt haben und jetzt neue Perspektiven und Handlungsanweisungen suchen. Die Impulse und Übungen sollen Wege zur Reflexion öffnen, sodass frau ihren persönlichen Zugang zum Thema Selbstwert und Verdienst findet, ihren eigenen Prozess erlebt und sich diesen bewusst machen kann. Neben der Masterclass gibt es ein Arbeitsbuch zur Steigerung des eigenen Selbstwertes und Gehalts.

Warum glauben Sie persönlich und auf Basis Ihrer Erfahrungen, dass dieses Thema sehr relevant ist?

Ich spreche tatsächlich ausschließlich aus rein persönlicher Sicht und wie mein Prozess war und immer noch ist. Ich habe über einige Jahre eine tiefgreifende Selbstreflexion betrieben und ich bin dadurch einigen hemmenden Glaubenssätze begegnet. Diese sind durch meine Erfahrungen und Erlebnisse, die u.a im Laufe meiner Kindheit passiert sind, tief ins Unbewusste gerutscht. Wenn deine Eltern beispielsweise immer gesagt haben, dass Geld nur das Schlechte im Menschen hervorbringt, wird dich das wahrscheinlich unterbewusst prägen.
Gesellschaftlich habe wir das Phänomen, dass wir durch verschiedene Institutionen und Arbeitskreise die Forderungen nach gleicher Bezahlung z.B. in der Zeitarbeit oder die Forderung nach gleicher Bezahlung männlicher und weiblicher Arbeitnehmer verfolgen.
Wir haben den sogenannten: Gender Pay Gap, der sagt, dass der unbereinigte Gender Pay Gap in Deutschland neben Österreich am höchsten ist. Hier setzte sich u.a. Frau Henrike von Platen sehr ein, indem sie über Geld redete.

Haben Sie ein Fallbeispiel, in dem der Zusammenhang von „Selbstwert und Gehalt“ besonders deutlich wird?

Ja, von der Frau, die innerhalb weniger Jahre Ihr Gehalt verdoppelt hat. Das ist ein positives Beispiel, die Verdoppelung hat sich durch Jobwechsel, Erweiterung von Aufgaben und Verantwortung als auch durch Steigerung des eigenen Selbstwertes bzw. Selbstbewusstseins entwickelt. Ein negatives Beispiel aus einer meiner Sessions zu dem Thema ist, dass eine Frau erzählt hat, dass sie 20% weniger als der Mann verdient, und doch den gleichen Aufgabenbereich hat. Sie ist in dem Gespräch mit Ihrem Chef auf das klassische Vorurteil gestoßen, dass Frauen eben weniger verdienen.
Ich persönlich, achte beispielsweise während meiner Arbeit als Abteilungsleiterin sehr darauf, Wertschätzung zu zeigen. Das heißt, dass ich mich in Dankbarkeit für die Leistungen jeden einzelnen übe.

Wie würden Sie das Interesse von Arbeitnehmer*innen bezüglich des Themas „Selbstwert und Gehalt“ einschätzen?

Tatsächlich kann ich hier ausschließlich auf meine eigenen Erfahrungen zurückgreifen. Firmen haben einen unterschiedlichen Umgang mit dem Thema. Wenn es zum Beispiel in Firmen Tarifliche Einordnungen in Gehaltsgruppen gibt, dann gibt es innerhalb der Tarifgruppe eine bestimmte Range. Solche Gruppen haben natürlich das Ziel, eine gerechte Bezahlung zu gewährleisten.
Dann gibt es andere Firmen, die völlig ohne tarifliche Gruppen arbeiten oder in Anlehnung argumentieren. Dort kann die Bezahlung für gleiche Tätigkeiten stark variieren. Ich denke aktuell haben wir sehr unterschiedliche Bezahlungsmodelle, die abhängig von der Branche und der Größe der Firmen sind.

Glauben Sie, dass Arbeitgeber*innen ebenfalls sensibler mit diesem Thema umgehen sollten?

Ja, das tun sie auch in Ansätzen, da es, wie in Punkt 3 beschrieben, einen „gesellschaftlichen Druck dahin gibt.“ Eine nachhaltige Unternehmensführung wird es dann, wenn ich, als Chefin, alle Mitarbeiter*innen für das was sie tun wertschätze. Das spielt sich in dem Rahmen ab, den eine Firma vorgibt.

Haben Sie auf Anhieb ein paar Gedankentipps für Interessierte?

Ja, ich verweis hier natürlich gern auf mein Buch Selbstführung und auf das Arbeitsbuch: „Verdienst du das, was Du wirklich verdienst“.
Für alle Interessentinnen empfehle ich, dass Sie sich mit sich und dem Thema auseinandersetzen. Wir wurde z.B. das Thema Geld in der Herkunftsfamilie behandelt? Welche Glaubensätze wurden vermittelt? 

 

Noch mehr über Frauen und Empowerment, findest du hier: Ein Rückschritt in der Gleichstellung von Frauen und Männern?!

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Bildquellen: Unsplash



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