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Ökostromanbieter Naturstrom über die Generation Z in der Arbeitswelt

INTERVIEW | Personalleiter Marc Vogel von der NATURSTROM AG berichtet, welche Anforderungen junge Arbeitnehmer*innen aus der Generation Z an die Arbeitswelt haben.

INTERVIEW | Personalleiter Marc Vogel von der NATURSTROM AG berichtet, welche Anforderungen junge Arbeitnehmer*innen aus der Generation Z an die Arbeitswelt haben.

06.04.2022 | ein Interview geführt von Isabel Lüdenbach | Bild: NATURSTROM AG

Immer mehr junge Menschen aus der Generation Z starten ins Berufsleben. Sie haben andere Vorstellungen und Anforderungen an Arbeitgeber und Jobs als ältere Berufstätige. Personalleiter Marc Vogel schildert uns im Interview worauf Bewerber*innen aus der Generation Z seinen Beobachtungen nach bei der Jobsuche besonders viel Wert legen und wodurch sie sich von den Vorgängergenerationen unterscheiden.  

In unserem Beitrag Was der Generation Z bei der Arbeitssuche wichtig ist findest du mehr zum Thema Generation Z in der Arbeitswelt.

JOBVERDE: Lieber Marc, stell dich und deine Tätigkeit bei NATURSTROM zu Beginn gerne einmal unseren Leser*innen vor.

Marc: Ich bin seit 2016 Personalleiter der NATURSTROM-Gruppe, verantworte in dieser Rolle das gesamte HR-Management und führe unser HR-Team.

Welche Aspekte sind jungen Bewerber*innen aus deiner Sicht an ihrem zukünftigen Arbeitgeber am wichtigsten?

Das ist natürlich individuell unterschiedlich. Mein Eindruck ist, dass jüngere Bewerber*innen verstärkt auf die tatsächlich gelebten Werte ihrer zukünftigen Arbeitgeber achten. Darüber hinaus sind individuelle Entwicklungschancen, Partizipation und eine zeitgemäße Unternehmens- und Führungskultur offenbar wichtige Aspekte.

Wie unterscheiden sich Bewerber*innen aus der Generation Z (zwischen 1995 und 2010 geboren) von Bewerber*innen älterer Generationen hinsichtlich ihrer Ansprüche an den Arbeitgeber?

Ich glaube, die Ansprüche an Arbeitgeber sind bei der jüngsten Generation insgesamt deutlich höher als bei früheren Generationen. Ihnen ist bewusst, dass wir heute einen Arbeitnehmenden-Markt und schon jetzt einen gewaltigen Fachkräftemangel haben. Sie erwarten schon beim Einstellungs- und Onboardingprozess, dass Arbeitgeber schnell sind, auf ihre Bedürfnisse eingehen und ihnen wertschätzend und auf Augenhöhe begegnen. Dabei binden sie sich meiner Wahrnehmung nach viel weniger an einen bestimmten Arbeitgeber. Frühere Generationen waren teilweise äußerst loyal und beständig. Es war nicht ungewöhnlich, dass Karrierepfade von der Ausbildung bis zum Renteneintritt bei einem einzigen Arbeitgeber beschritten wurden. Heute wird viel schneller gewechselt, wenn Arbeitgeber die Erwartungen nicht erfüllen oder andere Arbeitgeber attraktivere Angebote machen. Drei oder vier Arbeitgeber in der Vita sind auch bei unter 30jährigen absolut keine Seltenheit mehr.

Der Anspruch lautet kurzgefasst: Arbeitgeber müssen sich vom ersten Kontakt im Recruiting-Prozess bis zum Ende des Karrierepfades kontinuierlich, intensiv und ehrlich um die Mitarbeitenden dieser Generation bemühen.

Die Sicherheit des Arbeitsplatzes spielt folglich eine geringere Rolle als noch bei früheren Generationen.

Ich habe zudem den Eindruck, dass Mitglieder der Generation Z einen noch höheren Anspruch als frühere Generationen daran haben, zu verstehen, wofür das Unternehmen steht und welchen Sinn ihre Arbeit hat.

Welche Unternehmenswerte sind Bewerber*innen aus der Generation Z besonders wichtig?

Ich bin überzeugt, dass ökologische Nachhaltigkeit für viele dieser Generation ein sehr wichtiger Unternehmenswert ist, der allerdings auch ehrlich und authentisch gelebt werden muss. Überhaupt sind klassisch ethische Werte für diese Generation meiner Wahrnehmung nach sehr wichtig.

Oft übersehen wird bei vielen Arbeitgebern meines Erachtens, dass echte Partizipation und die Begegnung auf Augenhöhe, selbst mit dem Senior Management, ebenso wichtige Werte für die jüngeren Generationen sind.


Nachhaltigkeit spielt vor allem bei vielen jungen Arbeitnehmer*innen eine große Rolle bei der Auswahl des Jobs.

Du hast den Anspruch der Generation Z an die Sinnhaftigkeit des Jobs bereits angesprochen. Eine wie große Rolle nimmt diese deiner Meinung nach bei den jungen Bewerber*innen ein?

Eine insgesamt sehr relevante und zunehmend größere Rolle. Arbeitgeber sind gut beraten diese Sinnhaftigkeit gut und authentisch erläutern zu können. Denn heute dürfen Arbeitgeber nie vergessen: Alternative Job-Angebote, bei denen die Frage nach der Sinnhaftigkeit gut beantwortet wird, gibt es für die allermeisten Berufsbilder genügend.

Inwiefern haben sich die Anforderungen an den Arbeitsplatz durch die Corona-Pandemie verändert?

Zunächst ist ganz klar, dass das Homeoffice eine bedeutendere Rolle als vorher spielt und aus dem modernen Berufsalltag bei den allermeisten Berufen nicht mehr wegzudenken ist. Ich habe andererseits den Eindruck, dass die Pandemie uns ebenso vor Augen geführt hat, wie wichtig der zwischenmenschliche Kontakt ist. Neben Kolleg*innen, die die ausgeweiteten Homeoffice-Möglichkeiten bei uns sehr schätzen, gibt es auch andere, die das Büro und den „echten“ Kontakt zu anderen bevorzugen. Wir haben mit unserer erweiterten Homeoffice-Vereinbarung meiner Meinung nach einen guten Mittelweg gefunden. Wenn betriebliche Gründe dem im Einzelfall nicht entgegenstehen, können Mitarbeitende bei uns grundsätzlich an zwei Tagen pro Woche aus dem Homeoffice heraus arbeiten.

Wir haben auch gemerkt, wie wichtig der Austausch zwischen verschiedenen Teams ist. Dieser hat teilweise durch die Pandemie und die hierdurch fehlenden informellen Austauschmöglichkeiten gelitten. Das konnte man sogar sehen: Du glaubst gar nicht, wie viel Staub unser Kicker während der Homeoffice-Phase angesetzt hat! In unserer Hauptverwaltung haben wir gerade auf ein Desksharing-Konzept umgestellt. Ich bin sehr gespannt darauf, wie sich die Kommunikation über Teamgrenzen hinweg dadurch beleben wird.

Vielen herzlichen Dank für das Interview, lieber Marc!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an Marc Vogel stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare. Wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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Mehr zur Generation Z im Berufsleben: Was der Generation Z bei der Arbeitssuche wichtig ist

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