"Impulse geben und andere zum Nachahmen motivieren" Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Innovative Arbeitgeber im Fokus

"Impulse geben und andere zum Nachahmen motivieren" - Deutsche Bundesstiftung Umwelt

INTERVIEW | Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert Projekte, die sich vor allem den Themen des Klimawandels und dem Biodiversitätsverlust widmen, um nachhaltige Wirtschafts- und Lebensweisen zu unterstützen.

INTERVIEW | Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert Projekte, die sich vor allem den Themen des Klimawandels und dem Biodiversitätsverlust widmen, um nachhaltige Wirtschafts- und Lebensweisen zu unterstützen.

01.07.2019 - Das Interview führte Annalena Bruse-Smith, Foto: © Deutsche Bundesstiftung Umwelt

JOBVERDE: Herr Elpers, stellen Sie uns die Deutsche Bundesstiftung Umwelt doch einmal vor. Welchen Stiftungszweck verfolgt sie?

Franz-Georg Elpers (Pressesprecher Deutsche Bundesstiftung Umwelt): Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) als private Stiftung bürgerlichen Rechts will innovative, modellhafte und lösungsorientierte Vorhaben zum Schutz der Umwelt unter besonderer Berücksichtigung der mittelständischen Wirtschaft fördern. Satzung und Leitbild sehen das so vor.

Unsere Projekte sollen nachhaltige Effekte in der Praxis erzielen, Impulse geben und andere zum Nachahmen motivieren. Unser Anliegen ist, zur Lösung aktueller Umweltprobleme beizutragen, die insbesondere aus nicht nachhaltigen Wirtschafts- und Lebensweisen resultieren. Zentrale Herausforderungen sehen wir vor allem beim Klimawandel, dem Biodiversitätsverlust, im nicht nachhaltigen Umgang mit natürlichen Quellen sowie bei schädlichen Einträgen in die Umwelt. Damit knüpfen die Förderthemen sowohl an aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse über die sogenannten planetaren Grenzen als auch an die von den Vereinten Nationen beschlossenen Ziele einer nachhaltigen Entwicklung an.

Haben Sie sich bewusst für eine Stiftung als Arbeitgeber entschieden? Was gefällt Ihnen besonders bei Ihrer Arbeit?

Die aktuelle, intensive Diskussion um die Klimakrise – den Begriff „Klimawandel“ halte ich inzwischen für einen beschönigenden Begriff - zeigt, wie wichtig und sinnstiftend es ist, für eine Umweltstiftung wie die DBU zu arbeiten. Als Stiftung haben wir die Möglichkeit, Vorhaben mit Geld und Fachwissen Realität werden zu lassen – sachorientiert, faktenbasiert und vor allem nicht populistisch. Und flexibler als das etwa Behörden tun. Unsere interdisziplinär erarbeiteten Projekte entlasten die Umwelt und stehen für eine gute Sache. Dabei verlieren wir auch die ökonomische Seite nicht aus den Augen. Viele unserer Projekte helfen auch Menschen, unter deutlich besseren Arbeitsbedingungen ihr tägliches Brot zu verdienen, wenn etwa giftige Chemikalien im Produktionsprozess durch unkritische Alternativen ersetzt werden. Es macht schon Spaß, zu einem kleinen Teil daran mitzuwirken. 

Warum sollten sich Kandidaten für einen Job bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt entscheiden?

Hier gibt es das Gefühl frei Haus, mit der eigenen Arbeit etwas bewegen zu können. Das ist mit Sicherheit etwas, was viele Menschen schätzen. Zudem warten bei einem angenehmen Arbeitsklima ganz vielfältige Arbeits- und Fachbereiche auf die Mitarbeiter, da ist für jeden etwas Spannendes dabei.

Wie finanziert sich die Deutsche Bundesstiftung Umwelt?

1989 hat das Bundeskabinett beschlossen, den Erlös aus dem Verkauf der ehemals bundeseigenen Salzgitter AG für die Gründung der gemeinnützigen DBU zu verwenden. Aus den Erträgen des Stiftungskapitals werden jährlich die Projekte gefördert, aber auch der Deutsche Umweltpreis der DBU, der höchstdotierte Umweltpreis Europas, den wir jährlich vergeben. Mittlerweile beträgt das Stiftungskapital 2,24 Milliarden Euro und ist damit um knapp eine Milliarde Euro im Vergleich zum Gründungskapital gewachsen. Gleichzeitig haben wir aber auch über 9.700 Projekte mit rund 1,76 Milliarden Euro gefördert.

Können Sie etwas näher auf ein aktuell von Ihnen gefördertes Projekt eingehen?

Bei dieser Fülle an geförderten Projekten fällt die Auswahl schwer. Die Bandbreite unserer Projekte reicht von technischen Ansätzen über Bildungs- und Kommunikationsvorhaben bis hin zu Projekten in der Umweltforschung, dem Natur- und Kulturgüterschutz. Aktuell sind Fragen der Digitalisierung als Hilfsinstrument für mehr Umweltschutz ein wichtiges Querschnittsthema. Ein aktuelles Beispiel: Die Firma Spicetech (Stuttgart) will etwas gegen die Lebensmittelverschwendung tun und setzt mit einem marktreifen Internetdienst auf künstliche Intelligenz. Hintergrund: Das Wetter hat ja großen Einfluss auf unser Kaufverhalten. Damit niemand vor einem leeren Regal steht, halten Produzenten und Händler große Mengen eines jeden Produktes vor. Doch das ist schwer zu kalkulieren. Vieles wird am Ende dann nicht verkauft und wandert in den Müll. Ob kleiner Einzelhändler oder großer Lebensmittelproduzent – alle können mit dem neuen Internetdienst ohne Einbußen für die Kunden den tatsächlichen Bedarf genauer planen und so unnötige Überschüsse vermeiden. Das schont wichtige Rohstoffe und trägt dazu bei, das Verschwenden von Lebensmitteln auf breiter Ebene zu verringern.

Was für einen Ausbildungsweg bzw. welches Studium sollte ich wählen, um bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt arbeiten zu können?

Eine Festlegung auf Studienfachrichtungen ist realistisch nicht möglich, da aufgrund der Bandbreite der Fachbereiche vom Kommunikationswissenschaftler bis zum Chemiker wie vom Juristen bis zum Landschaftsplaner alle Fachrichtungen beschäftigt werden. Neben dem Studium sind somit ein breites Fachwissen, gute Kenntnisse der aktuellen Entwicklungen im Umweltschutz, der aktuellen fachlichen sowie gesellschaftlichen Diskurse und der handelnden Akteure weitere Voraussetzungen für eine Beschäftigung.

Welche Eigenschaften sollten Kandidaten mitbringen, wenn sie sich bei Ihnen bewerben?

Neben den fachlichen Eigenschaften ist Voraussetzung natürlich der Bezug zum Umweltschutz auch mit dem Schwerpunkt in der mittelständischen Wirtschaft. Persönliche Voraussetzungen sind die Offenheit für neue Themen, die Bereitschaft zur interdisziplinären und fachübergreifenden Zusammenarbeit und eine gute Kommunikationsfähigkeit.

 

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