Das Schöne ist, dass wir Diversität nicht von oben verordnen müssen.
Innovative Arbeitgeber im Fokus

„Das Schöne ist, dass wir Diversität nicht von oben verordnen müssen.“

Dr. Ralf Eisenbeiß vom Personaldienstleister FRANZ & WACH über die Wichtigkeit einer tief verankerten Unternehmenskultur als „Wirbelsäule“ des Betriebs.

Dr. Ralf Eisenbeiß vom Personaldienstleister FRANZ & WACH über die Wichtigkeit einer tief verankerten Unternehmenskultur als „Wirbelsäule“ des Betriebs.

15.12.2014

JOBVERDE.de: Herr Dr. Eisenbeiß, zunächst einmal etwas Persönliches: Wie war Ihr erster Arbeitstag bei FRANZ & WACH?

DR. RALF EISENBEISS: Ziemlich aufregend. Da ich als Quereinsteiger in die Personaldienstleistungsbranche kam, war ich natürlich sehr gespannt auf das neue Arbeitsfeld. Sehr positiv habe ich in Erinnerung, dass man auch als neuer Mitarbeiter gleich den respektvollen und gleichzeitig vertraulichen Umgang unter den Kollegen spürte.

Wofür steht die Arbeitgebermarke FRANZ & WACH und wie würden Sie Ihr Arbeitsklima beschreiben?

Meine Kollegen und ich, wir brennen dafür, Menschen in Arbeit zu bringen. Das ist nicht immer leicht und erfordert viel Engagement, da alle Menschen unterschiedlich und auch die Jobs sehr verschieden sind. Aber es ist auch ein sehr befriedigendes Gefühl, wenn man den Bewerbern und Mitarbeitern helfen kann, beruflich weiterzukommen und sich zu entwickeln. Diese Leidenschaft für unseren Auftrag prägt unser Arbeitsklima.

Welche Karrierechancen findet ein Mitarbeiter bei Ihnen vor?

Außergewöhnlich gute! Vier Dinge sind es, die diese Karrierechancen begünstigen: eine flache Hierarchie, eine schnelle Verantwortungsübernahme, eine gezielte Talentförderung durch die Personalabteilung und last but not least ein gutes Unternehmenswachstum, das immer wieder Chancen bereithält.

Vor welche Herausforderungen stellt Sie der demografische Wandel?

Den demografischen Wandel sehen wir nicht als Problem. Intern haben wir eine vergleichsweise junge Mannschaft, in der aber auch erfahrene alte Hasen einen wichtigen Beitrag zum Wissensmanagement leisten. Extern – also bezogen auf die Aufträge unserer Kunden – ist der demografische Wandel einfach eine Rahmenbedingung, auf die wir mit veränderten Kommunikationswegen reagieren.

Spüren Sie einen Fachkräftemangel und wenn ja, bei welchen Jobs?

In vielen Regionen, in denen wir tätig sind, liegt die Arbeitslosenquote unter 4 Prozent. Dort spüren wir einen allgemeinen Arbeitskräftemangel. Dieser bezieht sich nicht nur auf Fachkräfte, sondern auch auf Facharbeiter und ungelernte Kräfte.

Gibt es "Schrauben" an denen Sie gerne drehen würden, um den deutschen Job-Markt zu optimieren? Stichwort Blue Card, Bewerbermobilität oder Wertewandel.

Ja sicherlich. Die unkomplizierte Anerkennung ausländischer Abschlüsse würde vieles erleichtern. Die Anerkennungsverfahren sollen den Arbeitgebern helfen, ausländische Abschlüsse bewerten zu können. Sie dauern aber viel zu lange. Dann sollen die Arbeitgeber die Bewerber doch lieber im Rahmen eines Praktikums testen und selbst feststellen, wie hoch der Kenntnisstand ist.

Was bedeutet das Thema Work-Life-Balance für Sie?

Ein sekundärer Ansatz, Leben und Arbeit ins Gleichgewicht zu bringen. Das ist wichtig. Noch wichtiger ist allerdings, dass man einen Beruf ausübt, der einem wirklich Spaß macht und zwar auf einer Arbeitsstelle, auf der man sich entfalten kann und in einem Unternehmen mit positiver Arbeitsatmosphäre. Wenn das alles passt, dann fehlt auch nicht mehr viel bis zum Gleichgewicht.

Welche (freiwilligen) Sozialleistungen und Mitarbeiter-Benefits bieten Sie Ihrem Personal an?

Neben den üblichen Sozialleistungen wie betriebliche Altersvorsorge und ähnlichen bieten wir unseren Mitarbeitern ein Gleitzeitmodell, einen Firmenwagen zur Privatnutzung (ab Referentenebene), ein Sport- und Gesundheitsprogramm, regelmäßige Gehaltssteigerungen, tolle Betriebsfeiern (2 im Jahr), viele Weiterbildungsmöglichkeiten, Einkaufsvorteile und vieles mehr. Aktuell versuchen wir auch, im Bereich der Kinderbetreuung Angebote zu schaffen.

Welche Rolle spielt Diversity-Management bei Ihrer Personalplanung und welche Vorteile ergeben sich hieraus?

Das Schöne ist, dass wir Diversität nicht von oben verordnen müssen, sondern dass sich die Diversität bei uns automatisch einstellt, weil wir Bewerber nicht nach Äußerlichkeiten, sondern ausschließlich nach deren Kenntnissen, Fähigkeiten und Motivation beurteilen. Im Ergebnis haben wir beispielsweise einen höheren Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund als im Gesellschaftsquerschnitt. 

In welcher Weise unterstützen Sie Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen mit Familienverantwortung?

Wir bieten die Möglichkeit des sanften Wiedereinstiegs nach der Elternzeit. Wir schaffen entsprechende Teilzeitplätze, wenn es möglich ist. Mitarbeiter können eine Beteiligung an Kinderbetreuungskosten erhalten. Und wir sind gerade dabei, Kinderferienbetreuung einzurichten, damit die berufstätigen Eltern nicht den ganzen Urlaub für die Ferienüberbrückung aufwänden müssen.

Welche Trends im Personalbereich finden Sie besonders spannend?

Die Entdeckung der Unternehmenskultur und der Unternehmenswerte als Wirbelsäule des Betriebs. Gerade für uns als Personaldienstleister ist dies eine sehr spannende Aufgabe, da unsere Zeitarbeitnehmer normalerweise 40 Stunden pro Woche in einem „fremden“ Betrieb tätig sind. Dass sie sich dennoch als unsere Kollegen fühlen, ist Teil unserer Mission und unseres Selbstverständnisses als fürsorglicher Arbeitgeber.



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