Nicht bloßer Verzicht, sondern der intelligente Umgang mit der Ressource lautet unsere Maxime.
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„Nicht bloßer Verzicht, sondern der intelligente Umgang mit der Ressource lautet unsere Maxime.“

Das Naturressort Schindelbruch ist das erste klimaneutrale Hotel Mitteldeutschlands. Die beiden Leitungskräfte Susanne Kiefer und Anja Gorges erzählen im Interview, wie sie dieses Ziel erreicht haben und vor welchen Herausforderungen Sie dennoch stehen.

Das Naturressort Schindelbruch ist das erste klimaneutrale Hotel Mitteldeutschlands. Die beiden Leitungskräfte Susanne Kiefer und Anja Gorges erzählen im Interview, wie sie dieses Ziel erreicht haben und vor welchen Herausforderungen Sie dennoch stehen.

07.04.2015

JOBVERDE.de: Frau Gorges, das Naturresort Schindelbruch ist das erste klimaneutrale Hotel Mitteldeutschlands.
Was bedeutet das konkret und wie erreichen Sie diese Null-Bilanz?

ANJA GORGES: Nicht bloßer Verzicht, sondern der intelligente Umgang mit der Ressource – so lässt sich aus unserer Sicht die Maxime unseres Handelns am besten beschreiben. In Kombination mit dem Begriff der „Achtsamkeit“ wird sehr schnell klar, dass wir mehr meinen als nur Energie aus nachhaltiger Gestehung. Seit II. Quartal 2009 haben wir eine klimaneutrale CO2-Bilanz des gesamten Hotelbetriebes. Dazu gehören auch die Bevorzugung von regionalen Produkten, die Entwicklung qualitativ hochwertiger authentischer und gesundheitsfördernder Angebote, die Einbeziehung der Mitarbeiter und Lieferanten in unser Umweltschutzkonzept sowie die Übernahme sozialer Verantwortung durch Bereitstellung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen und das Engagement für die touristische Destination Südharz-Kyffhäuser.

Wir haben unser Unternehmen auf einen konsequent betriebenen und glaubwürdigen Klimaschutz mit hoher Transparenz ausgerichtet. Als erstes bedeutete das für uns eine Reduzierung der Emissionen im Hotel. Wir identifizierten die Einsparpotentiale und optimierten kontinuierlich den Verbrauch. Als zweites eruierten wir die Möglichkeiten des verstärkten Einsatzes erneuerbarer Energien. Drittens kompensieren wir nicht vermeidbare Restemissionen durch Zertifikatskauf. In Ergänzung zum Hotelbetrieb legen wir viel Wert auf die Gästemobilität.

Einzelmaßnahmen:

Abfalltrennung / wenig bzw. gar keine Umverpackungen bzw. Einwegverpackungen / Dachbegrünung

Reduzierung Gefahrstoffe / 100 % Ökostrom aus Wasserkraft / Pellet-Heizung / Photovoltaikanlage / Geothermieanlage / Einsatz von LED´s und Energiesparlampen / Bewegungsmelder / 3-fach-Verglasung

Wärmerückgewinnung aus Abluft / Verzicht auf Minibars / regionale Produkte und Zulieferer, z.T. zertifiziert / Bio- und Naturprodukte im SPA / abbaubare Reinigungsmittel / Sensibilisierung der Gäste und Angebot von klimaneutralen Übernachtungen auf Homepage (für die Gäste, über viabono) / Abholservice

Wie würden Sie Ihr Arbeitsklima beschreiben?

SUSANNE KIEFER: Wir pflegen ein lockeres Miteinander, eine offene Gesprächskultur. Ebenfalls kommunizieren wir offen unsere Unternehmensziele. Seit diesem Jahr haben wir ein neues Vergütungskonzept eingeführt. Dies basiert auf Transparenz und faire Einstufungen in das Gehaltsgefüge, je nach Qualifikation und Verantwortungsbereich. Schulungen, Entwicklungsgespräche und innerbetriebliches Vorschlagswesen sind für uns Selbstverständlichkeiten.

Welche Karrierechancen findet ein Mitarbeiter bei Ihnen vor?

SK: Unser Hotel ist ganz klassisch strukturiert, das heißt: Die Einstiegsposition in der Abteilung Restaurant ist Commis de rang direkt nach der Ausbildung. Der Karriereweg in Abhängigkeit von der Leistung, wäre Demi Chef, Chef de rang, Oberkellner. Dies nur als Beispiel. Diese Karrierewege haben wir ebenfalls in der Küche oder an der Hotelrezeption.

Vor welche Herausforderungen stellt Sie der demografische Wandel?

SK: Es liegen kaum Bewerbungen für die Ausbildungsberufe Koch/Köchin, Hotelfachmann/-frau und gar keine für den Beruf Restaurantfachmann/-frau vor. Deshalb ist es unser Ziel, verstärkt bei den Jugendlichen für unser Unternehmen und diese Berufe zu werben (in Schulen, auf Messen, im Internet, in der Presse, Dehoga, IHK, Arbeitsagentur usw.)

Spüren Sie einen Fachkräftemangel und wenn ja, bei welchen Jobs?

SK: JA – es fehlen qualifizierte Fachkräfte. Dies im Besonderen in den Abteilungen Restaurant/Küche.

Was bedeutet das Thema Work-Life-Balance für Sie?

AG: Wir sind uns sicher, dass nur Mitarbeiter mit einer optimalen Work-Life-Balance einen tollen Job machen können. Allerdings gibt es hierbei kein Pauschalkonzept. Es muß in persönlichen Gesprächen individuell angesprochen werden. Hierzu dienen unsere Entwicklungsgespräche.

Welche (freiwilligen) Sozialleistungen und Mitarbeiter-Benefits bieten Sie Ihrem Personal an?

AG: Kostenfreie Personalverpflegung / Personaluniform inkl. Reinigung / Mitarbeitertreueprämien / Betriebliches Vorschlagswesen / Personalrabatte / Vorteile durch Personights / Interne und externe Weiterbildungsangebote / Jährliche Entwicklungsgespräche / Transparente Arbeitszeitkonten / Mitarbeiter Kickoff Party / Mitarbeiterversammlungen / Mitarbeiterbefragungen / Eigene Wohnangebote / Tankgutschein bei Umsatzüberschreitung / Wahlgeschenk pro Mitarbeiter im Wert von 200 € (z.B. Zuschuss Kinderbetreuung, Hotelgutschein, Zuschuss private Zusatzversicherung, Bahncard, Sonderurlaub, Physiotherapie)

Welche Rolle spielt Diversity-Management bei Ihrer Personalplanung und welche Vorteile ergeben sich hieraus?

SK: Wir freuen uns über eine gesunde Mischung unterschiedlichster Kulturen. Allerdings sind wir im direkten Gastkontakt und die Sprache ist sehr wichtig. Daran scheitert oftmals die Einstellung.

In welcher Weise unterstützen Sie Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen mit Familienverantwortung?

AG: Reduzierte Arbeitszeit auf 6 Stunden täglich / Einsatz im Frühdienst soweit umsetzbar (z.B. Frühstücksservice, Tagungsbetreuung)



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