Es wird manchmal suggeriert, mit dem Anspruch an eine ordentliche WorkLifeBalance ginge ein Mangel an Leistungsbereitschaft einher.
Innovative Arbeitgeber im Fokus

„Es wird manchmal suggeriert, mit dem Anspruch an eine ordentliche Work-Life-Balance ginge ein Mangel an Leistungsbereitschaft einher.“

Werner Wirth von der A.S.I.-Wirtschaftsberatung erläutert, wie ein Mix aus Eigenverantwortlichkeit, persönlicher Freiheit und starken und verlässlichen Strukturen zu hervorragenden Leistungen und großer Mitarbeiter-Zufriedenheit führen kann.

Werner Wirth von der A.S.I.-Wirtschaftsberatung erläutert, wie ein Mix aus Eigenverantwortlichkeit, persönlicher Freiheit und starken und verlässlichen Strukturen zu hervorragenden Leistungen und großer Mitarbeiter-Zufriedenheit führen kann.

12.12.2014

JOBVERDE.de: Herr Wirth, zunächst einmal etwas Persönliches: Wie war Ihr erster Arbeitstag bei A.S.I.?

WERNER WIRTH: Puh, lang ist’s her, rund 35 Jahre. Aber ich erinnere mich sehr gerne daran. Ich bin mit meinem VW Käfer nach Münster gefahren, direkt zum Schlossplatz. Dort habe ich an diesem Tag mit zwei weiteren Kollegen meine Ausbildung bei A.S.I zum Wirtschaftsberater begonnen. Es war eine intensive Zeit, wie heute auch ging es zunächst darum, dass wir uns möglichst schnell viel Fachwissen aneignen, um schon bald eigene Kunden fachgerecht beraten zu können. Am ersten Tag war ich natürlich ganz schön aufgeregt, aber man ist ja nicht alleine in dieser Situation und wir haben schnell gemerkt, dass wir in guten Händen sind. Spannend an dem Beruf ist, dass man einen sehr genauen Einblick in die wirtschaftliche und private Situation der Kunden bekommt.

Wofür steht die Arbeitgebermarke A.S.I. und was macht Ihr Unternehmen einzigartig?

A.S.I. wurde 1969 gegründet und ist der älteste Spezialist für Akademikerberatung in Deutschland. Seither stehen wir für lebenslange Beratung zu allen privaten Finanzfragen. Vom Berufseinstieg bis zur Ruhestandsplanung – unsere Kunden können stets darauf vertrauen, bedarfsgerecht und hochkompetent beraten zu werden.

Wer sich für einen Einstieg bei A.S.I. entscheidet, profitiert von der idealen Kombination aus Selbständigkeit und einem starken, hochprofessionellen Team. Als Selbständiger hält man den Erfolg seiner eigenen Arbeit in den Händen und hat die Freiheit, sich seine Arbeitszeit nach den eigenen Wünschen einzuteilen. A.S.I. unterstützt den Start finanziell massiv – wir investieren ca. € 50.000,- in unsere Trainees, denn die Ansprüche an Wirtschaftsberater sind hoch. Als Teil der A.S.I. Wirtschaftsberatung kann man sich auf die Unterstützung durch erfahrene Mentoren und ein hochprofessionelles Team im Backoffice verlassen. Zudem bietet A.S.I. ausgezeichnete Aufstiegschancen und entsprechende Fort- und Weiterbildungsprogramme, darunter Aufbaustudiengänge zum Financial Planner. Das wird auch von anderen Stellen anerkannt: wir wurden zuletzt zum 10. Mal in Folge zum TOP Arbeitgeber in Deutschland und zusätzlich mit dem TOP Arbeitgeber-Nachhaltigkeits-Award durch das CRF Institute ausgezeichnet.

Welche Karrierechancen findet ein Mitarbeiter bei Ihnen vor? 

Ob Absolvent frisch von der Uni oder erfahrener Quereinsteiger – A.S.I. hilft motivierten und verantwortungsbewussten Wirtschaftsberatern, sich als Selbständige für ihre Arbeit zu belohnen. Als Einsteiger wird man in einem intensiven Traineeprogramm und mit finanzieller Unterstützung in die Selbständigkeit geführt. Erster Schritt ist dabei für alle Trainees die IHK-Prüfung zum Versicherungsfachmann. In der Regel machen sich die neuen Kollegen in zwei Monaten fit für die Prüfung. Und die meisten erreichen Top-Ergebnisse. Nach der Trainee-Phase profitieren die Juniorberater von Mentoring-Programmen und einer Vielzahl von Fortbildungen.

Unsere Kundenbetreuung basiert auf langfristigen Partnerschaften. Die Berater „wachsen“ mit ihren Kunden. Zunächst unterstützen sie sie beispielsweise bei der Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung, später kann man sich den Kunden entsprechend spezialisieren. Ziel ist, dass sich der Berater mit den Bedürfnissen seiner Kunden weiter entwickelt. Die lebenslange Weiterbildung ist bei uns keine Floskel und angesichts der sich ständig ändernden gesetzlichen Vorgaben auch unersetzlich. Wer beispielsweise viele Mediziner berät, kann sich auf Fragen der ärztlichen Niederlassung spezialisieren und seinen Kunden dabei besonders helfen.

Erfahrene Finanzberater – dies berichten gerade Quereinsteiger aus der Finanz- und Versicherungsbranche – genießen die Produktvielfalt und die hervorragende Infrastruktur und die stets zur Verfügung stehende Expertise auch in schwierigen Fragen, um bestmöglich auf die Bedürfnisse ihrer Kunden eingehen zu können. Später ist auch der Übergang zum Gesellschafter möglich, der für jüngere Kolleginnen und Kollegen Verantwortung übernimmt und an den Umsätzen einer Geschäftsstelle beteiligt ist – auch regelmäßiges Führungskräftecoaching gehört bei uns dazu.

In  welchen Bereichen liegt bei Ihnen ein Fachkräfte- und Bewerbermangel vor?

Insgesamt können wir uns über einen Mangel an interessierten Bewerbern nicht beklagen. Wir sind immer auf der Suche nach motivierten und eigenverantwortlich arbeitenden Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge. Doch auch Absolventen anderer Studienrichtungen können sich bewerben. Entscheidend ist, dass man gerne umfassend beraten möchte und Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge und Finanzmärkte mitbringt. Deshalb entscheiden sich auch viele Bankkaufleute für eine Karriere bei uns, weil sie sich freier entfalten und noch intensiver auf ihre Kunden eingehen können.

Weibliche Kolleginnen sind bei uns übrigens schon lange sehr erfolgreich, obwohl der Beruf als Männerdomäne gilt. Viele Frauen bevorzugen eine Beratung durch Frauen. Deshalb freuen wir uns über Bewerberinnen besonders.

Wie gehen Sie mit dem Thema Work-Life-Balance um? Welche Maßnahmen ergreifen Sie konkret, um beispielsweise auch die Generation Y zu erreichen?

A.S.I. bietet Vertretern der Generation Y eine einzigartige Kombination aus Freiheit und Sicherheit. Als selbständiger Wirtschaftsberater kann man sich seine Arbeitszeit frei einteilen und absolut eigenverantwortlich arbeiten. Dabei bieten wir ein strukturiertes Umfeld, klare Karriereperspektiven und regelmäßige Fort- und Weiterbildungen. Ich könnte Ihnen viele Beispiele nennen, wie Kolleginnen und Kollegen aufgrund ihrer privaten Situation ihren Job angepasst haben. Das geht von Umzügen in eine andere Stadt über neue inhaltliche Schwerpunkte bis hin zu externen Terminen, die so gelegt werden, dass davor oder danach einem Hobby nachgegangen werden kann. So kann sich jeder nach den eigenen Bedürfnissen weiterentwickeln, ohne seine Wünsche im Berufsleben aufgeben zu müssen. Gerade Mitarbeiter, die vor ihrem Einstieg bei A.S.I. schon woanders als Angestellte gearbeitet haben, berichten regelmäßig davon, dass sie sich bei uns viel besser so entwickeln können, wie sie es selbst für richtig halten.

In welcher Weise unterstützen sie Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen mit Familienverantwortung? 

A.S.I. Wirtschaftsberater, die sich vermehrt um ihre Kinder oder Angehörigen kümmern möchten, profitieren von dem starken Netzwerk und der Flexibilität als Selbständiger, dass ihnen bei A.S.I. geboten wird. Dabei gibt es kein Schema F, dass in diesen Fällen pauschal angewandt wird. Im Gegenteil: Jeder kann seine Prioritäten jederzeit so setzen, wie er es für angemessen hält. Viele unserer selbständigen Wirtschaftsberater mit Familienverantwortung legen beispielsweise ihre Kundentermine so, dass sie Nachmittags oder an bestimmten Tagen zu Hause sind. Andere erledigen einen Großteil ihrer beruflichen Korrespondenz und ihre Terminvorbereitung von zu Hause, und können so dort nebenbei nach dem rechten sehen. Ich weiß aber auch von einer Kollegin, die ihr Baby einige Monate lang regelmäßig mit in die Geschäftsstelle nahm. Den Kollegen hat’s gefallen und die junge Kollegin konnte sich bei der Arbeit eng mit ihnen austauschen, ohne ihr Kind zu vernachlässigen. Grundsätzlich kann sich bei uns jeder auf die Unterstützung der anderen verlassen, wenn es zeitlich mal eng wird.

Welche Diversity-Themen spielen bei Ihrer Personalstrategie eine Rolle und wie nutzen Sie diese Vielfalt sinnvoll?

Ein Wirtschaftsberater kann noch so viel Fachwissen mitbringen, wenn der Kunde ihm nicht vertraut, wird die Zusammenarbeit auf Dauer nicht funktionieren. Und hier stellen wir fest, dass ein ähnlicher kultureller und akademischer Hintergrund die Kundenbeziehung vereinfachen kann. Unser Ansatz sieht ja auch vor, dass die Berater mit ihren Kunden „wachsen“. Ein Juniorberater unter dreißig wird zunächst vor allem Kunden in seiner Altersgruppe haben und sich dann mit ihren sich ändernden  Bedürfnissen weiter entwickeln. Entscheidend ist, dass die Kunden sich bei ihrem Berater oder ihrer Beraterin professionell und menschlich in guten Händen fühlen.

Die Work-Life-Balance wird sich in Zukunft weiter verändern. Wie schätzen Sie diese weitere Entwicklung ein?

In der öffentlichen Diskussion wird manchmal suggeriert, mit dem Anspruch an eine ordentliche Work-Life-Balance ginge ein Mangel an Leistungsbereitschaft einher. Dies kann ich überhaupt nicht bestätigen. Allerdings erwartet die heutige Generation, dass sie für ihre Arbeit eine angemessene Anerkennung erhält – auch finanziell. Als Wirtschaftsberater kann man sehr gut verdienen und wird für den eigenen Einsatz belohnt. Jeder definiert für sich selbst, wie die richtige Balance für ihn aussieht. Straffe Hierarchien und unzählige, unbezahlte Überstunden sind ein Problem. Bei A.S.I. gehen wir einen anderen Weg. Wir bereiten unsere Berater intensiv auf eine sehr anspruchsvolle Tätigkeit vor. Danach liegt es in ihrer eigenen Verantwortung und Entscheidungsfreiheit, mehr oder weniger zu arbeiten. Über ihr Einkommen bestimmen sie am Ende selbst.

Welche Trends im Personalbereich finden Sie besonders spannend?

Wir verfolgen natürlich mit großem Interesse, wie andere versuchen, ihren Mitarbeitern einen guten Mix aus Eigenverantwortlichkeit, persönlicher Freiheit und starken und verlässlichen Strukturen zu bieten. Doch meist wird an der Hierarchie nichts geändert. Bei uns ist es andersrum: Der Ansatz ist, dass wir unseren Wirtschaftsberatern die Freiheit und Eigenverantwortlichkeit der Selbständigkeit bieten, ohne dass sie auf die Vorteile klassischer Strukturen – Backoffice, kein Eigenkapital notwendig, professionelles Netzwerk, erfahrene Kollegen für schwierige Fragen, systematische Fortbildungen, etc. – verzichten müssten.

Über Werner Wirth:

Werner Wirth, Diplom-Volkswirt, war von 1980 – 1990 A.S.I. Wirtschaftsberater in der Geschäftsstelle Aachen. Dann wurde er Vertriebsleiter für die Region Baden-Württemberg und Hessen. Seit 1993 ist Wirth als Bereichsleiter für die A.S.I – Akademie in Münster und die Personalgewinnung zuständig. In der A.S.I.-Akademie werden A.S.I. Trainees aus- und die mehr als 160 Berater fortgebildet. Die A.S.I. Akademie ist seit 2014 akkreditierter Bildungsdienstleister der Initiative „gut beraten“. Das Traineeprogramm wurde z.B. als karriereförderndes und faires Traineeprogramm von Absolventa in Zusammenarbeit mit der LMU München ausgezeichnet.

Über A.S.I.:

A.S.I. ist eine mittelständische Wirtschaftsberatung für gehobene Privatkunden, Ärzte, Zahnärzte, Wirtschafts­wissenschaftler und Ingenieure mit über 30 Geschäfts­stellen und 150 Wirtschaftsberatern. Seit 1969 bietet das Unternehmen als Finanzmakler die Vermittlung und lebensbegleitende Betreuung von Versicherungen, Geldanlagen und Finanzierungen. Ein Schwerpunkt ist die  Beratung zur Existenzgründung, Praxisführung und –weitergabe. Mit einem Provisions- und Honorarumsatz von über 20 Mio. Euro gehört das Unternehmen zu den zehn größten Allfinanzberatern in Deutschland.



Kommentare
Alexander Loscher
04.07.2016
Ein sehr interessantes Interview, auch noch nach 2 Jahren.
Ich denke jede Firma profitiert davon, wenn Mitarbeiter neben der Arbeit noch anderen Dingen nachgehen können. Zum einen aufgrund der eventuellen Synergien oder neuer Ideen, die einem durch ausserarbeitliche Tätigkeiten kommen. Zum anderen aufgrund des Stressabbaus (wobei es bei guter Führung nicht zu allzu viel Stress kommen sollte).

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