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Karriere in der Forschung machen

INTERVIEW | Mach Karriere in der Forschung und treib die Energiewende voran. Im Forschungszentrum Jülich geht beides.

INTERVIEW | Mach Karriere in der Forschung und treib die Energiewende voran. Im Forschungszentrum Jülich geht beides.

15.04.2021 | Ein Interview geführt von Tabea Dammann und Maleen Focken | Bilder: Forschungszentrum Jülich / Sascha Kreklau, Ralf-Uwe Limbach

Das Forschungszentrum Jülich in Nordrhein-Westfalen forscht zu den Herausforderungen unserer Gesellschaft und setzt sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit unserem Planeten ein. Im Interview mit Alissa Aarts erfährst du mehr zur Mission des Forschungszentrums Jülich und wie du dort unter anderem die Energiewende, die Eindämmung des Klimawandels und die Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung unterstützen kannst.

Alissa Aarts studierte Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Personal und Marketing und arbeitet seit 2015 im HR-Bereich im Forschungszentrum Jülich. Im Recruiting unterstützte sie mehrere Jahre wissenschaftliche Institute aus dem Bereich der Energie- und Klimaforschung bei der Personalauswahl und steht nun durch unterschiedliche Aktivitäten im nationalen und internationalen Personalmarketing stets mit interessierten Kandidatinnen und Kandidaten in Kontakt.

JOBVERDE: Hallo Alissa. Schön, dass wir uns heute über deine berufliche Laufbahn in der grünen Forschungsbranche unterhalten können. Kannst du unseren Leser*innen erklären, wieso man sich für eine Karriere in der Forschung entscheiden sollte?

Alissa Aarts: Die Forschung ist ein besonders spannender und abwechs­lungsreicher Bereich. Unsere Gesellschaft und die Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen, sind stetig im Wandel und es gibt immer wieder Neues zu entdecken. Auch wenn ich nicht selbst forsche, so gibt es mir dennoch ein gutes Gefühl, in einem Unternehmen tätig zu sein, das mit seiner Arbeit etwas Sinnvolles bewirkt. Das nehme ich auch immer wieder im Austausch mit Kolleg:innen aus der Wissenschaft wahr und ich finde es schön zu sehen, wie sehr sie sich für ihre Forschungsthemen und ihre Arbeit begeistern können. Diese Begeisterung steckt schnell an!

Chemische Gleichung

Muss man ein Genie sein, um in einem Forschungsbereich tätig zu sein? Was sollte man mitbringen, um eine Karriere im Forschungszentrum Jülich einzuschlagen?

Der Begriff „Genie“ passt aus meiner Sicht bei der Charakterisierung der Anforderungen für einen wissenschaftlichen Werdegang nicht. Die erforderlichen Kompetenzen und Kenntnisse, vor allem in fachlicher Hinsicht, unterscheiden sich je nach Position sehr. Auf jeden Fall sollten Bewerber:innen im wissenschaftlichen Umfeld eine große Neugier an der Lösung herausfordernder Fragestellungen mitbringen. Denn nur wer offen für Neues ist und stetig aus seinen Forschungserfahrungen lernt, kann wirklich zu neuen Erkenntnissen gelangen. Auch sollte man eine gewisse Ausdauer mitbringen, denn Forschungserfolg lässt sich leider nicht planen. So funktionieren Experimente nicht immer auf Anhieb und nach der Lösung für eine Problemstellung muss man in der Wissenschaft häufig länger suchen. Aber das macht es ja auch spannend. Darüber hinaus sollte Interesse an der Arbeit in internationalen und interdisziplinären Teams bestehen, denn in Forschungsprojekten arbeiten heute meistens Kolleg:innen aus aller Welt und von verschiedenen Institutionen eng vernetzt zusammen.

Hat man auch eine Chance, im Forschungszentrum Jülich ganz frisch in einen Forschungsberuf einzusteigen oder benötigt man mehrere Jahre Erfahrung und Vorkenntnisse?

Auch das hängt von der jeweiligen Position ab. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist uns besonders wichtig und daher bieten wir Einstiegsmöglichkeiten auf allen Karrierestufen und für Kandidat:innen mit unterschiedlicher Vorerfahrung. Bei uns können Schüler:innen im Rahmen einer Ausbildung oder eines dualen Studiums starten, Studierende können als Praktikant:innen, studentische Hilfskräfte oder zur Anfertigung ihrer Abschlussarbeit einsteigen und Absolvent:innen haben die Möglichkeit, sich für eine Promotion oder einen direkten Berufseinstieg zu bewerben. Berufserfahrenen bieten wir in der Wissenschaft vor allem Positionen als Postdocs, aber auch eine wissenschaftliche Nachwuchsgruppenleitung kann eine Option sein. Darüber hinaus gibt es auch außerhalb der Wissenschaft viele spannende Tätigkeiten, die dazu beitragen, dass erfolgreich geforscht werden kann. Als Beispiele sind hier Aufgaben im Forschungsmanagement oder in der administrativen und technischen Infrastruktur zu nennen.

Ihr wollt "ökonomische, ökologische und soziale Verantwortung beim Forschen und in der täglichen Arbeitspraxis übernehmen". Wie könnt ihr das garantieren?

Wir möchten sicherstellen, dass die Forschung und die dazugehörige Infrastruktur effizient mit den verfügbaren Ressourcen umgehen. Dabei setzen wir auf einen zukunftsfähigen Campus, der mit Weitsicht und vor allem energieeffizient gestaltet werden soll. Hierzu gibt es einen städtebaulichen Masterplan, der sowohl innovative Ansätze zur Energieeffizienz als auch eine neue Campusstruktur, die den wissenschaftlichen interdisziplinären Austausch fördern soll, beinhaltet. Parallel zur Konzeption dieses Plans lässt sich das Forschungs­zentrum für nachhaltiges Bauen im wissenschaftlichen Bereich zertifizieren, u.a. mit dem Ziel, einheitliche Standards einzuführen, an denen sich Nachhaltigkeit messen lässt.

Zudem ist das Thema Nachhaltigkeit natürlich auch zentraler Bestandteil unserer Forschung selbst: Insbesondere in den Forschungsfeldern der Energieversorgung und -speicherung, der Informationstechnologie (Green IT), der Klima- und Umweltforschung sowie der Forschung zur Bioökonomie.

Weltweit gibt es mehr Männer als Frauen in wissenschaftlichen Berufen bzw. in der Forschung. Ist das im Forschungszentrum Jülich ebenfalls der Fall? Und wenn ja, inwiefern achtet ihr bei euch auf die Gleichstellung von Frauen und Männern?

Es stimmt, dass in vielen wissenschaftlichen Berufen mehr Männer als Frauen arbeiten. Am Forschungszentrum analysieren wir die Entwicklung sowie mögliche Unterschiede in Abhängigkeit von der Fachrichtung oder der Karrierestufe ganz genau. Auf allen Ebenen, also von der Ausbildung über die wissenschaftliche Beschäftigung und Promotion bis hin zu Führungspositionen setzen wir uns mit verschiedenen Maßnahmen und Instrumenten dafür ein, dass alle Mitarbeiter:innen gleiche und gerechte Chancen zur Verwirklichung ihrer Ziele und Karrierevorstellung erhalten – und zwar unabhängig von ihrem Geschlecht. Es ist uns zudem wichtig, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Stärken und Fähigkeiten unabhängig von bestehenden Geschlechterstereotypen auszutesten und ihre Interessen zu vertiefen. Die Einbeziehung von Führungskräften in die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen, beispielsweise zur Förderung von Frauen in Wissenschaft und in Führungspositionen, spielt eine große Rolle - auch zur Sensibilisierung für das Thema Chancengerechtigkeit. Zudem achten wir auf die konkreten Bedarfe unserer Mitarbeiter:innen und unterstützen Kolleg:innen, die neben ihrem Beruf mit Sorgearbeit (Erziehung von Kindern, Pflege von Angehörigen o.ä.) betraut sind. Hierbei sind Instrumente zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung sowie die Kita auf unserem Campus besonders hilfreich. Als großer Arbeitgeber verfolgen wir zusammenfassend das Ziel, nicht nur wirksame Einzelmaßnahmen zu etablieren, sondern durch eine gemeinsame und bereichsübergreifende Zusammenarbeit beim Thema Chancengerechtigkeit zu einer nachhaltigen Gleichstellung zu kommen.

Frauen in der Forschung

Hast du das Gefühl, dass vor allem bei Jugendlichen das Interesse an einer wissenschaftlichen Karriere sinkt? Wenn dem so ist, habt ihr spezielle Angebote, die Kinder und Jugendliche für eine solche Laufbahn begeistern sollen?

Es gibt viele naturwissenschaftlich interessierte Jugendliche und sicher auch einige, die zwar interessiert sind, sich aber nicht trauen, eine naturwissenschaftliche Ausbildung oder ein Studium zu absolvieren, weil die Themen oft groß und komplex erscheinen. Vielleicht ist es auch die Vielfalt der Möglichkeiten, die eine Entscheidung schwierig macht. Aber es gilt auch heute noch: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen und niemand wird als Nobelpreisträger:in geboren. Der Weg zur Karriere führt über das Ausprobieren und das kann man in unserem Schülerlabor JuLab. Hier gibt es Forschung zum Mitdenken und Mitmachen. Schüler:innen machen in den unterschiedlichsten Angeboten des JuLabs praktische Experimentier-Erfahrungen und bekommen Einblicke in Forschungsinstitute. Sie sprechen mit Forscher:innen über deren Arbeit und erfahren so, wie diese den Einstieg in die Wissenschaft gefunden haben. Sie lernen somit die wissenschaftliche Welt als eine spannende Herausforderung kennen, welche die Möglichkeit eröffnet, den notwendigen Wandel bei gesellschaftlich relevanten Themen mitzugestalten.

Photovoltaikanlage

Was ist eure Vision?

Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, große Herausforderungen der modernen Welt zu lösen. Dazu wollen wir mit unserer Forschung nicht nur Erkenntnisse für die Wissenschaft gewinnen, sondern durch den Transfer in die Praxis auch das Leben jedes und jeder Einzelnen verbessern. Konkret bestehen unsere Forschungsziele darin, neue Möglichkeiten für Wissenschaft und Gesellschaft im Hinblick auf die Informations­verarbeitung der Zukunft zu eröffnen, neurologische Erkrankungen besser diagnostizieren und heilen zu können, zum Gelingen der Energiewende und zur Begrenzung des Klimawandels beizutragen, den Wandel von einer erdöl- zu einer bio-basierten Wirtschaft zu unterstützen und die Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung zu ermöglichen.

 

Vielen Dank für das Interview, liebe Alissa!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an Alissa Aarts stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare. Wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

 

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