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ASA-PROGRAMM Global lernen, nachhaltig handeln

INTERVIEW I Wie engagieren sich junge Menschen weltweit für nachhaltige Entwicklung? Das ASA-PROGRAMM verbindet internationale Praxis mit globalem Lernen.

INTERVIEW I Wie engagieren sich junge Menschen weltweit für nachhaltige Entwicklung? Das ASA-PROGRAMM verbindet internationale Praxis mit globalem Lernen.

18.12.2025, ein Beitrag von: Louisa Becker - Bild: René Frampe

Das ASA-PROGRAMM begeistert junge Menschen für internationale Zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung. In enger Kooperation mit Projektpartnern weltweit sammeln Teilnehmende wertvolle Praxiserfahrungen in Afrika, Asien, Lateinamerika oder Südosteuropa. Begleitet wird das Engagement von intensiven Seminaren zu globalen Zusammenhängen, sozialer Gerechtigkeit und den UN-Nachhaltigkeitszielen. Im Interview erklärt JANA ROSENBOOM, was das ASA-PROGRAMM besonders macht und welchen Mehrwert es für Teilnehmende und Gesellschaft bietet.


Bild: Zynthia Masra

LifeVERDE: Welche Ziele verfolgt das ASA-PROGRAMM und was macht es besonders im Bereich der nachhaltigen Entwicklung?

JANA ROSENBOOM, Abteilungsleitung des ASA-PROGRAMMS: Das ASA-PROGRAMM möchte junge Menschen für internationale Zusammenarbeit und nachhaltige Entwicklung begeistern. Einzigartig daran ist die direkte Zusammenarbeit mit Projektpartnern weltweit sowie die Verbindung aus Theorie und Praxis: Die Teilnehmenden arbeiten drei bis sechs Monate in einem Projekt in Afrika, Lateinamerika, Asien oder Südosteuropa. Vorher gibt es mehrtägige Seminare zur Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt. Inhaltlich geht es in den Seminaren um die UN-Nachhaltigkeitsziele, Grundlagen der Entwicklungszusammenarbeit, Kommunikation im internationalen Kontext und globale Zusammenhänge – von Postkolonialismus bis zu Fragen sozialer Gerechtigkeit. 

LifeVERDE: Wer kann sich für das ASA-PROGRAMM bewerben und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? 

Das ASA-PROGRAMM richtet sich an junge Menschen zwischen 21 und 30 Jahren, die studieren, eine Ausbildung machen oder diese bereits abgeschlossen haben. Es ist offen für viele verschiedene Fachrichtungen und Berufe. Wichtig sind vor allem Offenheit, Teamfähigkeit und Motivation. Je nach Projekt kommen sprachliche Anforderungen und passende Fachkenntnisse hinzu.

LifeVERDE: Wie sieht der Ablauf eines ASA-Engagements aus – von der Bewerbung über Vorbereitung und Seminare bis zur Projektphase? 

Das ASA-PROGRAMM begleitet die Teilnehmenden ein Jahr lang und ermöglicht vielfältige Lern- und Praxiserfahrungen. Der Ablauf ist klar strukturiert:

  1. Bewerbung: Die Teilnehmenden bewerben sich online auf ein konkretes Wunschprojekt und können bis zu 15 Alternativprojekte angeben. Nach der Auswahl erhalten sie Anfang März eine Zusage und erste Informationen.
  2. Vorbereitung: In verpflichtenden Online- und Präsenzseminaren bereiten sich die Teilnehmenden intensiv auf ihre Projektphase vor. 
  3. Projektphase: Die Teilnehmenden arbeiten je nach Programmformat für drei oder sechs Monate in Deutschland sowie Ländern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas oder Südosteuropas mit lokalen Partner*innen an konkreten Lösungen zu globalen Fragestellungen.
  4. Nachbereitung: Nach dem Engagement folgt optional das Nachbereitungsseminar, das dazu einlädt, Erfahrungen zu teilen und sich weiter zu vernetzen.

LifeVERDE: Welche Unterstützung erhalten Teilnehmende (z. B. Stipendium, Reise- und Lebenshaltungskosten, Betreuung)? Welche Kosten müssen sie selbst tragen? 

Das ASA-PROGRAMM bietet finanzielle und organisatorische Unterstützung:

  • Monatliches Stipendium für Lebenshaltung und Unterkunft
  • Reisekostenzuschuss
  • Versicherungsschutz (Kranken-, Haftpflicht- und Unfallversicherung)

Ein kleiner Eigenanteil kann anfallen, zum Beispiel für Visum, Impfungen oder zusätzliche Reisekosten. Vor und während der Projektphase begleiten wir die Teilnehmenden. Vor Ort arbeiten sie unter Anleitung der Projektpartner, die als direkte Ansprechpersonen zur Verfügung stehen.

LifeVERDE: Welche Themen und Projektbereiche deckt ASA ab - und kann man sich mit ganz unterschiedlichen fachlichen Hintergründen (Studium, Ausbildung, Beruf) bewerben? 

Das ASA-PROGRAMM deckt ein breites Spektrum an Themen ab: Von Bildung, Umwelt und Klima über Gesundheit und Soziales bis hin zu IT, Wirtschaft oder Design. Weil die Projekte sehr vielfältig sind, können sich Menschen aus ganz verschiedenen Fach- und Berufsrichtungen bewerben. Es sollen alle mitmachen können, egal ob mit Studium oder Ausbildung. Wir schreiben Chancengleichheit sehr groß, deshalb begrüßen wir auch Bewerbungen von Menschen, die noch keine Auslandserfahrung gemacht haben. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich einzubringen und Neues zu lernen.

LifeVERDE: Welchen Mehrwert bietet ASA für die persönliche und berufliche Entwicklung der Teilnehmenden — und wie profitieren langfristig Gesellschaft und Nachhaltigkeit?

Teilnehmende sammeln Berufserfahrung im entwicklungspolitischen Kontext und entwickeln wichtige Zukunftskompetenzen: Interkulturelle Erfahrung, Teamarbeit, Selbstmanagement, kritisches Denken und ein tiefes Verständnis für globale Zusammenhänge. Viele entdecken dadurch neue berufliche Perspektiven oder stärken ihre Motivation für nachhaltiges Engagement. Langfristig profitieren Gesellschaften, weil junge Menschen nach dem Programm oft aktiv bleiben – sei es in NGOs, in der Forschung, im Unternehmertum oder im lokalen Engagement. Im ASA-PROGRAMM gehen engagierte Multiplikator*innen hervor, die globale Verantwortung in die Praxis tragen.

LifeVERDE: Wie transparent und inklusiv ist der Auswahlprozess — und wie wird Chancengleichheit im ASA-PROGRAMM gewährleistet? 

Der Auswahlprozess ist klar strukturiert und basiert auf nachvollziehbaren Kriterien wie Motivation, Reflexionsfähigkeit und Passung zum Projekt. Fachliche Vielfalt wird ausdrücklich begrüßt. Wir achten darauf, Barrieren zu reduzieren: Die Kommunikation rund um Bewerbung, Seminare und Projektbedingungen ist transparent. Ziel ist ein möglichst inklusives Programm, das jungen Menschen unabhängig von Herkunft, finanziellem Hintergrund oder Bildungsweg offensteht.

Vielen Dank für das Interview!

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