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Verband für Wirtschaft und Umwelt im Einsatz für Energiewende und nachhaltiges Wirtschaften

INTERVIEW | Um die Wende zu mehr Nachhaltigkeit in Energie und Wirtschaft voranzubringen, hat sich der VWU gebildet. Was genau dahintersteckt, erzählt uns Guido Dahm.

INTERVIEW | Um die Wende zu mehr Nachhaltigkeit in Energie und Wirtschaft voranzubringen, hat sich der VWU gebildet. Was genau dahintersteckt, erzählt uns Guido Dahm.

07.03.2022 | Ein Interview geführt von Deborah Iber | Bild: VWU

Damit die Energiewende und eine nachhaltige Wirtschaftsweise sich durchsetzen können, braucht es Akteur*innen, die sich auf verschiedenen Ebenen dafür einsetzen und Unternehmen der Branchen unterstützen – wie der Verband für Wirtschaft und Umwelt (VWU). Guido Dahm, Vorstandsmitglied des Verbandes, stellt uns den Verband, seine Ziele und Mitglieder vor.

JOBVERDE: Guido, seit wann gibt es den Verband für Wirtschaft und Umwelt (VWU) und wie kam dieser zustande?

Guido: Der Verband für Wirtschaft und Umwelt (VWU) wurde im Jahr 2007 in Rheinland-Pfalz gegründet. In Rheinland-Pfalz herrschte zu dieser Zeit eine schwache Vernetzung der Interessen für nachhaltiges Wirtschaften und für eine Energiewende hin zu erneuerbaren Energien. Das hat sich zum Glück auch durch die Aktivitäten des VWU geändert. Wir waren Gründungsmitglied von MetropolSolar in der Metropolregion Rhein-Neckar, vom Klimabündnis Deutsche Weinstraße, vom Landesverband Erneuerbare Energie Rheinland-Pfalz sowie vom Landesverband Solarenergie Rheinland-Pfalz. Nur mit starken Interessensgruppen können wir etwas in der Politik bewegen.

Wer steckt hinter dem Verband und was kennzeichnet eure Mitglieder?

Der VWU versteht sich in erster Linie als Interessenverband für kleine und mittlere Firmen sowie für Selbstständige. Nach wie vor sind wir ein kleiner Verband mit ca. 50 Mitgliedern, davon die meisten Kleinunternehmen. Viele Solarfirmen mussten ihre Mitgliedschaft einstellen, als die Bundespolitik eine „Pause“ bei den Erneuerbaren Energien durchsetzte. Einige wenige Unternehmen aus dem Energiebereich haben überlebt. Weitere Unternehmen aus dem Ökoweinbau, der Unternehmensberatung, im Bereich ökologische Finanzdienstleistungen und Energieberatung sind bei uns organisiert. Wir sind dabei offen für alle Unternehmen, die nachhaltig Wirtschaften oder sich auf den Weg dahin machen wollen.


Elke Sievers und Guido Dahm (Bild: VWU).

Das Ziel, das ihr verfolgt, ist die Förderung einer ökologischen und sozialen Wirtschaftsweise. Wie genau setzt ihr euch dafür ein?

Wir organisieren Kampagnen. So haben wir die letzten beiden Jahre genutzt, Onlineveranstaltungen im Format von Storytellings durchzuführen. Dabei lassen wir nachhaltig organisierte Unternehmen, Projekte und Verbände in moderierten Webmeetings ihr Geschäftsmodell oder ihren Projektansatz vorstellen und diskutieren darüber mit den Teilnehmenden.

Der VWU hat auch das Nachhaltigkeitsnetz Rheinland-Pfalz für Kleinunternehmen und Selbständige ins Leben gerufen. Grundlage war ein Modellprojekt, das wir mit dem rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium machten. Dabei geben wir jedem Kleinunternehmen, das sich der Nachhaltigkeit verpflichtet oder sich auf den Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise aufmacht, die Gelegenheit, sich hier kostenlos mit einer eigenen Profilseite vorzustellen.

Was konntet ihr dahingehend bisher erreichen und welche konkreten Meilensteine verfolgt ihr weiterhin?

Wir haben die Gründung einer Energieagentur Rheinland-Pfalz in die politische Diskussion eingebracht. Dieses Projekt ist dann vor 10 Jahren vom rheinland-pfälzischen Umweltministerium umgesetzt worden.

Im Wahljahr 2021 haben wir erfolgreich die Aktion „Wind im Wald“ ins Leben gerufen. Da im rheinland-pfälzischen Wald rund 45 Prozent der Bäume starke Schädigungen aufweisen und ca. 5 Mio. Bäume pro Jahr absterben, wollten wir einen Beitrag leisten, dieses Waldsterben 2.0 ins Bewusstsein zu rücken. An besonders vorbelasteten Stellen etwa entlang von Autobahnen oder auf Kalamitätsflächen sollen Windräder aufgestellt werden, um mit deren Erträge die Wiederaufforstung mit klimastabileren Baumarten zu finanzieren. Ohne solche Modelle befürchten wir langfristig große wirtschaftliche Verluste in der Holzwirtschaft und immer größer werdende Verluste beim Wandertourismus im Pfälzerwald.

Aktuell weisen wir in dem durch den Sonderkulturbereich (Wein, Obst, Gemüse) geprägten Bundesland auf die besondere Eignung von AGRI-PV Anlagen in der Landwirtschaft hin.

Wovon können eure Mitglieder profitieren und wie können sie sich bei euch einbringen?

Der VWU hat sich in das rheinland-pfälzische Lobbyregister eintragen lassen und wird kontinuierlich bei Vertreter*innen von Verbänden, Ministerien und Landtagsabgeordneten vorstellig. Wir weisen auf Probleme unserer Mitglieder hin, wie der enorme Fachkräftemangel bei Solarfirmen, bringen Fördervorschläge zu Hausberatungen des Landtages ein oder nehmen Stellung zu aktuell diskutierten Gesetzen und Verordnungen.

Wir unterstützen außerdem das ecoistics EffNaNet, ein kommerzielles Netzwerk eines unserer Mitglieder, der ein bundesweites Fortbildungsnetzwerk zu nachhaltigem Wirtschaften betreibt.

Einmal im Jahr richten wir einen Unternehmer*innentag aus, bei dem neben Vorträgen insbesondere auch das Networking im Vordergrund steht. Bei dieser Gelegenheit zeichnen wir auch gerne nachhaltige Unternehmen mit unserem VWU Award aus.


Der VWU vergibt den VWU Award für besondere Leistungen im Bereich nachhaltiges Wirtschaften (Bild: VWU).

Wie du schon erwähnt hast, seid ihr Mitbegründer des Landesverbandes Solarenergie Rheinland-Pfalz. Was hat es damit konkret auf sich?

Die Energiewende ist ein bedeutender Transformationsprozess, den unsere Wirtschaft in kurzer Zeit durchführen muss, will sie nicht riskieren, dass unsere Gesellschaft durch hohe Reparaturkosten in ihrem Wohlstand gefährdet wird. Wir gehen dabei auf der Basis von vielen Studien aus, dass in Zukunft die Solarenergie die vorherrschende Energieerzeugung leisten wird. In einer Metastudie aus Rheinland-Pfalz wird der Anteil der Solarenergie bei 60 % der Energieversorgung gesehen. Folgerichtig haben wir mit Verbänden und Unternehmen darauf hingewirkt, dass sich in diesem Bundesland eine Interessenorganisation für die Solarenergie bildet, um beständig die politisch Verantwortlichen auf die Notwendigkeit der Förderung der Solarenergie hinzuweisen. Nur wenn sich Interessen bündeln, starke Gemeinschaften entstehen und viele den Druck erhöhen, bewegt sich etwas in die richtige Richtung. Daran arbeiten wir weiter.

 

Vielen herzlichen Dank für das Interview, lieber Guido!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an den VWU stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare. Wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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