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Arbeitnehmer nehmen für Nachhaltigkeit im Job nur selten Gehaltseinbußen hin

Nachhaltigkeit ist für viele Menschen ein wichtiges Thema. Viele sind sich darüber bewusst, dass auch die Nachhaltigkeit in die Arbeitswelt einziehen muss. Aber wie weit würde jeder Arbeitnehmer dafür gehen?

Nachhaltigkeit ist für viele Menschen ein wichtiges Thema. Viele sind sich darüber bewusst, dass auch die Nachhaltigkeit in die Arbeitswelt einziehen muss. Aber wie weit würde jeder Arbeitnehmer dafür gehen?

06.03.2020

Ist Nachhaltigkeit eine Gehaltseinbuße wert? Und sehen Männer und Frauen das Thema gleich? Was bedeutet überhaupt die Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz und kann nicht jeder mit anpacken, damit es – auch ohne Einbußen – vorangeht? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Frauen sind eher zu Einbußen bereit

Grundsätzlich achten Arbeitnehmer schon darauf, wie nachhaltig ihr Arbeitsplatz ist. So geben zumindest 42 Prozent der Frauen und 39 Prozent der Männer an, bei der Jobwahl künftig die Nachhaltigkeit zu berücksichtigen. Das gab zumindest die Plattform Gehalt.de nach einer Umfrage an. Grundsätzlich gilt hier:

  • Arbeitsschutz - laut der Umfrage würden es 58 Prozent der 418 Teilnehmern für möglich halten, ihren Arbeitsplatz zu wechseln, wenn der Arbeitgeber besonders klimaschädlich agieren würde.
  • Umweltschutz - einen eigenen Beitrag zum Umweltschutz leisteten wohl bis zu 45 Prozent der Arbeitgeber der Befragten. Gerade große Unternehmen unterhalten sogar eigene Abteilungen, die sich mit diesem Thema befassen.
  • Abstriche - persönliche Einbußen würden hingegen die wenigsten Arbeitnehmer in Kauf nehmen. Gerade bezüglich des Gehalts sehen die Befragten kaum Verhandlungsspielraum. Nachhaltigkeit darf somit nicht das Gehalt beeinflussen. Einzig 21 Prozent der Befragten wären bereit, ein geringeres Gehalt zu akzeptieren.
  • Frauen - sie wären insgesamt eher dazu bereit, Gehaltseinbußen hinzunehmen, wenn es der Nachhaltigkeit hilft. Wobei jedoch aus der Umfrage nicht unbedingt klar wird, von welchen Gehaltsgruppen die Rede ist. Geringverdiener haben allgemein keinen Spielraum und können es sich nicht leisten, auf Gehalt zu verzichten.

Natürlich ist eine Onlineumfrage mit 418 Teilnehmern kaum repräsentativ, zumal nichts über die Verhältnisse der Teilnehmer bekannt ist. Trotzdem ist es gut vorstellbar, dass Angestellte keine Gehaltseinbußen hinnehmen würden, damit ein Job klimafreundlicher wird. Oft ist dies ohnehin nicht möglich, zudem muss in einem Unternehmen gelebte Nachhaltigkeit nicht mit hohen Kosten und somit notwendig werdenden Einsparungen einhergehen.

Reallöhne in Deutschland 2019 leicht gestiegen

Die Reallöhne stiegen im vergangenen Jahr um rund 1,2 Prozent. Dies teilte das Statistische Bundesamt mit. Aber was bedeutet das? Letztlich zeigt dies, dass die Kaufkraft der Bürger gewachsen ist. Die Löhne stiegen also stärker als die Preise.

Letztlich handelt es sich dabei jedoch um Durchschnittswerte. Wer wissen möchte, wie das Ganze in den einzelnen Bundesländern oder verschiedenen Berufsgruppen aussieht, kann hier vergleichen. Schon allein zwischen den Bundesländern herrscht jedoch ein großer Unterschied in Bezug auf den durchschnittlichen Bruttomonatslohn.

Nachhaltigkeit am Arbeitsplatz wird immer wichtiger

Nachhaltigkeit und ein allgemein klima- und umweltschützendes Verhalten am Arbeitsplatz ist ohnehin wichtig. Doch in Anbetracht der CO2-Steuer wird dieses Verhalten für Unternehmen sehr wichtig:

  • CO2-Steuer – umso mehr CO2 ein Unternehmen ausstößt beziehungsweise verursacht, desto mehr muss ein Unternehmen für diese Entwicklung zahlen.
  • Wenn trifft es? – jedes Unternehmen und auch Privathaushalte. Nicht produzierende Unternehmen werden die CO2-Steuer vermutlich wie Haushalte über die Heiz- und Energiekosten abführen. Umso besser mit der Energie gehandhabt wird, desto geringer fallen diese Zusatzkosten aus.

Doch auch abseits dieser Steuer kann ein Unternehmen nachhaltig handeln, ohne sich in Unkosten zu stürzen. Oft beginnt die Nachhaltigkeit schlichtweg beim bloßen Mitdenken und der Vermeidung unnützer Ressourcenverschwendung:

  • Büromaterial – nachhaltiges Büromaterial und der sorgfältige Umgang mit diesem ist das Stichwort. In wie vielen Betrieben werden Fehldrucke schlichtweg in den Müll geworfen, obwohl dieses Papier mühelos für interne Notizen weiterverwendet werden kann? Auch beim Schreibmaterial hilft die Umstellung auf gute, doch wieder auffüllbare, Kugelschreiber einen wichtigen Schritt weiter.
  • Patronen – Drucker und Kopierer benötigen keine neuen Toner oder Patronen. Refill-Produkte sind qualitativ ebenso gut, sparen aber Ressourcen. Noch wichtiger ist die korrekte Entsorgung alter Toner. Während sie mühelos wieder aufgefüllt werden können und von den Refill-Unternehmen abgeholt werden, werfen viele Unternehmen die leeren Toner in den einfachen Hausmüll.
  • Energie – wie häufig brennt in der Büroküche über Stunden das Licht, ohne dass sich jemand in der Küche aufhält? Unternehmen können hier mit einfachen Bewegungsmeldern Abhilfe schaffen. Bewegt sich in der Küche niemand, schaltet sich das Licht nach einer gewissen Zeit ab. Noch schlimmer ist jedoch in vielen Betrieben das Heizverhalten. Hier ist ein Umdenken gefragt. Wahlweise werden die Büros nach den Vorlieben der Mitarbeiter getrennt oder es werden klare Vorgaben geschaffen. Eine abendliche Heizungsabschaltung schafft Abhilfe, wie auch intelligente Sensoren, die genau erkennen, ob ein Fenster geöffnet ist. Dass die Heizung auf höchster Stufe bei weit geöffnetem Fenster läuft, ist so unmöglich.  Zusätzlich sollten Unternehmen zudem einen Umstieg auf erneuerbare Energien erwägen – auch hier lässt in Sachen Co2-Ausstoß eine große Einsparung erreichen-
  • Maschinen – auch die Umstellung auf ressourcenschonende und energiesparende Maschinen ist ein wichtiger Schritt in Bezug auf die Nachhaltigkeit. Arbeiten Produktionsmaschinen ressourcenschonend, spart ein Unternehmen am Ende sogar: Material wird reichhaltiger verwendet, gleichfalls fällt weniger Müll an.

Gerade in den kleinen Unternehmen kann mit ein wenig Umdenken schon viel erreicht werden. In Produktionen ist der Umstieg auf neue Maschinen natürlich ein kostspieliges Unterfangen, doch wird dieses gefördert und lässt sich somit als Investition in die Zukunft verstehen. Je weniger Material verschwendet wird, desto mehr Stückzahlen kann aus dem vorhandenen Material gewonnen werden, während zeitgleich die Menge des zu entsorgenden Mülls abnimmt.

Fazit - Nachhaltigkeit ist wichtig

Dennoch darf sie nicht zu Lasten der Mitarbeiter gehen. Hier zeichnet sich insbesondere das Problem ab, dass viele Menschen gar nicht in der Lage sind, Abstriche bei ihrem Gehalt zu machen – und es auch nicht wünschen. Etliche Lösungen lassen sich auch ohne diese Problematik in einem Betrieb installieren, wenngleich Unternehmer natürlich darauf achten müssen, dass die Mitarbeiter sich an die neuen Regeln halten. Heizung, Strom, Umgang mit Büromaterialien – würde hier in vielen Büros mehr auf den Umweltschutz und den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen geachtet werden, wäre Unternehmen schon geholfen. Im Hinblick auf die CO2-Steuer ist der Umgang mit der betriebseigenen Heizung ohnehin neu zu erlernen, da die Kosten für das Heizen sonst deutlich in die Höhe schnellen.



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