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Nachhaltiger Küstenschutz: So stärkt die Coast & Prevention den Schutz vor Extremwetter

INTERVIEW |  Auf der Messe Husum & Congress diskutieren Expertinnen und Experten über Strategien gegen Sturmfluten, Hochwasser und Starkregen – mit Fokus auf Prävention, Zusammenarbeit und Innovation.

INTERVIEW |  Auf der Messe Husum & Congress diskutieren Expertinnen und Experten über Strategien gegen Sturmfluten, Hochwasser und Starkregen – mit Fokus auf Prävention, Zusammenarbeit und Innovation.

04.11.2025, ein Beitrag von: Fabienne Voigt - Bild: Coast&Prevention

Der Klimawandel stellt besonders Küstenregionen vor wachsende Herausforderungen. Mit der Fachkonferenz „Coast & Prevention“, die am 16. und 17. Oktober in Husum stattfindet, schafft die Messe Husum & Congress eine Plattform für den interdisziplinären Austausch zu Themen wie Küstenschutz, Hochwasservorsorge und Katastrophenmanagement. Im Interview sprechen Meike Kern, Geschäftsführerin der Messe Husum & Congress, und Johanna Hansen, Projektleiterin der Coast & Prevention, über aktuelle Schwerpunkte, innovative Lösungsansätze und die Bedeutung von Zusammenarbeit und Kommunikation in Zeiten zunehmender Extremwetterereignisse.

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JobVERDE: Was sind die zentralen Herausforderungen, die bei der Konferenz "Coast & Prevention" dieses Jahr besonders im Fokus stehen?

Meike Kern, Geschäftsführerin der Messe Husum & Congress: Es geht um die Frage, wie wir uns vor Extremwetter schützen. Der Küstenschutz an Nord- und Ostsee, die Hochwasservorsorge, der Bevölkerungsschutz und das Katastrophenmanagement sind zentrale Themen der Coast & Prevention. Schleswig-Holstein mit seiner Lage zwischen Nord- und Ostsee und den zahlreichen Niederungen im Binnenland steht hier einerseits vor besonderen Herausforderungen, verfügt aber andererseits auch über eine große Expertise im Umgang mit Wassergefahren. Vor diesem Hintergrund findet der fachliche Austausch zu Strategien und Lösungsansätzen in diesem Jahr, am 16. und 17. Oktober, auch zum dritten Mal in der nordfriesischen Kreisstadt Husum statt.

Welche innovativen Ansätze zur Küstenprävention und zum Schutz der Küstenregionen werden auf der Fachkonferenz vorgestellt?

Johanna Hansen, Projektleiterin der Coast & Prevention: Wir bieten unseren Fachbesuchenden an beiden Konferenztagen ein umfangreiches Vortragsprogramm und Paneldiskussionen mit Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen. Darunter zum Beispiel die Keynote von Dr.-Ing. Martha Wingen vom Bildungskanal HochwasserTok. In ihrem Vortrag geht es um die Chancen von Social Media für die Kommunikation in der Wasserwirtschaft. Frau Dr.-Ing. Wingen informiert und motiviert auf ihrem Kanal ganz alltagstauglich, beispielsweise zum Anlegen eines persönlichen Notfallvorrats.

Außerdem werden wir auf der Coast & Prevention Neues von einem Referenten des Bundesamtes für Kartographie und Geodäsie (BKG) erfahren. Das BKG erstellt in Zusammenarbeit mit den zuständigen Einrichtungen in den Bundesländern aktuell eine deutschlandweit einheitliche „Hinweiskarte Starkregengefahren“. Diese soll ab dem nächsten Jahr bundesweit für die gesamte Bundesrepublik vorliegen. Es wird zudem ein aktueller Forschungsbericht zum Projekt BlueGreenStreets der HafenCity Universität Hamburg und ihrer Partner vorgestellt. Der Bericht liefert eine als „Toolbox“ bezeichnete, anwendungsorientierte Planungshilfe zur Neugestaltung bestehender Stadtstraßen vor dem Hintergrund des Klimawandels.

Wie können regionale Akteure und Entscheidungsträger angesichts des Klimawandels besser zusammenarbeiten, um nachhaltige Küstenschutzmaßnahmen zu entwickeln?

Johanna Hansen: Die Antwort auf diese Frage wird sich im Rahmen der Fachkonferenz herauskristallisieren. Die Coast & Prevention bietet ein interdisziplinäres Vortragsprogramm und schafft gleichzeitig Raum für persönliche Begegnungen, für fachlichen Austausch, für Networking. Insofern bietet die Fachkonferenz eine Basis für eine verbesserte Zusammenarbeit.

Wie trägt die Konferenz "Coast & Prevention" dazu bei, das Bewusstsein der Öffentlichkeit und Politik für den Küstenschutz zu stärken?

Johanna Hansen:  Das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN SH) ist dankenswerterweise Schirmherr der Veranstaltung und hat ja bereits Strahlkraft in die Öffentlichkeit. Staatssekretärin Katja Günther eröffnet das Expertenforum. Unter den Keynote-Speakern ist außerdem der NDR-Meteorologe Sebastian Wache. Solche Namen erleichtern die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Hinzu kommt, dass bei dieser Konferenz unterschiedliche Forschungsbereiche zusammentreffen und die Dringlichkeit von Schutzmaßnahmen gemeinsam unterstreichen. Zusätzlich nutzen wir in diesem Jahr intensiv das Potenzial der sozialen Medien. Wir geben dort u.a. unseren Speakern, den Fachleuten für diese Themen, ein Gesicht und bauen Stück für Stück ein Netzwerk auf.

Welche langfristigen Ziele werden mit der Fachkonferenz verfolgt, und wie messen Sie den Erfolg der bisherigen Veranstaltungen?

Meike Kern: Wir hatten zwischen unserer zweiten Veranstaltung im Jahr 2021 und der diesjährigen Konferenz eine dreijährige Unterbrechung. Insofern werden wir keinen direkten Vergleich ziehen. Wir hoffen jedoch auf ein erfreuliches Feedback und positive Signale von unseren Besuchenden und Partnern. Das sind neben dem MEKUN SH auch der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz sowie der Bund der Ingenieure für Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft und Kulturbau. Nur mit unseren Partnern können wir diese Veranstaltung auf Dauer etablieren.

Außerdem planen wir die Erweiterung des Ausstellungsbereichs, der die Coast & Prevention begleitet und sich an die interessierte Öffentlichkeit richtet. Wir haben hier auch in diesem Jahr interessante Unternehmen, beispielsweise aus der Bauwirtschaft oder dem Bereich der Vermessungstechnik, Sicherheitstechnik und Warnsysteme. Mit Ihrer Expertise zeigen diese Unternehmen, wie die Umsetzung von Schutzmaßnahmen in der Praxis gelingen kann. Besuchende können sich an beiden Tagen im Ausstellungsbereich zwischen 13:00 und 18:00 Uhr informieren.

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