Prokrastination: der Kampf gegen Aufschieberitis
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Prokrastination: der Kampf gegen Aufschieberitis

Prokrastination ist nichts schlimmes, du kannst sie sogar nutzen um deine Aufschieberitis zu bekämpfen.

 

Prokrastination
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Prokrastination ist nichts schlimmes, du kannst sie sogar nutzen um deine Aufschieberitis zu bekämpfen.

 

01.03.2019 - Ein Beitrag von Maria Pfeiffer - Bild: pixabay

 

Putzen statt Hausarbeiten schreiben, Netflix statt Jobsuche, Backen statt Steuererklärung. Prokrastination hindert uns das zu tun, was wirklich wichtig ist. Ratgeber sprechen hier oft von einem Problem des eigenen Zeitmanagements. Dabei weisen Wissenschaftler darauf hin, dass es generell keine Korrelation zwischen dem Hinauszögern wichtiger Aufgaben und dem eigenen Zeitmanagement gibt. Aufschieber erledigen entscheidende Projekte nicht, weil ihnen etwa die Zeit fehlt, sondern lediglich, weil ihnen die Motivation fehlt.

Die drei grundlegenden Gründe für Prokrastination: Ego, Angst und Langeweile

Unsere Aufschieberitis unterliegt vor allem drei Ursachen: Ego, Angst und Langeweile. So sind Aufgaben wie die Suche nach einem neuen Job, das Erledigen eines Projekts oder das Schreiben einer Hausarbeit oft mit der Angst verbunden, eine Niederlage zu erleben. Schlechte Noten oder Absagen auf eine Bewerbung sind demotivierend und alleine die Antizipation darauf kann einen von der Aufgabe abschrecken. Hier setzt auch das Ego ein. Enttäuschung kratzt am Selbstvertrauen. Dieses möchte nämlich nur gute Nachrichten und Lob erhalten. 

Stehen wir vor einer Aufgabe, für die wir wenig Enthusiasmus aufbringen und bei der wir Bedenken haben, dass sie aufgrund mangelnder Zeit oder Begeisterung unserem angestrebten Anspruch nicht gerecht wird, schieben wir die Tätigkeit lieber weiter vor uns her. 

Ein weiterer hemmender Faktor für Motivation ist Langeweile. Um Langeweile vorzubeugen hilft es, erst einmal eine Tätigkeit zu erledigen, die uns Spaß macht und trotzdem produktiv ist. Dies ist der erste Schritt, seine eigene Prokrastination für sich zu nutzen.

Strukturierte Prokrastination als Ausweg aus der Aufschieberitis

Philosoph John Perry der Stanford University und seinerseits leidenschaftlicher “Aufschieber”, erklärt, dass Prokrastination keineswegs schlecht ist, sondern sogar zu erhöhter Produktivität führen kann. Dafür entwarf er eine Methode, die er „strukturierte Prokrastination“ nennt. 

Das Problem vieler Aufschieber, so Perry, sei, dass sie sich oft alle unwichtigen Aufgaben von der To-Do-Liste streichen, um sich völlig auf die entscheidenden Arbeiten zu fokussieren. Das widerspricht jedoch der Natur des Aufschiebers und zerstört seine eigentliche Motivationsquelle. Denn der Aufschieber ist nicht faul sondern meist sogar sehr aktiv - Prokrastinierer tun nur nicht das, was sie eigentlich tun sollten. 

Der Schlüssel zum Erfolg: Eine volle und geordnete To-Do-Liste

Wie also kann man die Motivation hinter der Prokrastination für sich nutzen? Perry schlägt vor eine lange To-Do-Liste zu erstellen. Die Aufgaben, die sehr einschüchternd erscheinen, sollten ganz oben stehen. Weniger beängstigende Aufgaben, die dennoch gemacht werden müssen, stehen weiter unten. Darunter fallen zum Beispiel das Erledigen von Versicherungs- und Bankangelegenheiten, das Vereinbaren eines Kontrolltermins beim Arzt oder das Machen von Bewerbungsbildern. 

Tatsächlich ist es weniger signifikant, ob die oberste Aufgabe von besonderer Wichtigkeit ist. Solange sie unangenehm ist, verleitet sie dazu, auf andere Aufgaben auszuweichen. Beispielsweise schiebst du die Wohnungssuche schon eine Weile vor dich her und bist zudem noch unzufrieden mit deinem  aktuellen Job. Werde dir darüber klar, welche der beiden Aufgaben dir am unangenehmsten ist. Diese sollte ganz oben auf der Liste stehen. So wird dir der zweite Punkt weniger beängstigend vorkommen und scheint eine gute und produktive Alternative, mit der du den ersten Punkt noch eine Weile hinauszögern kannst.

 Fazit: Selbstreflexion und To-Do-Listen gegen lästige Aufschieberitis 

Wer die eigene Aufschieberitis also effektiv bekämpfen und für sich nutzen möchte, der tut nicht gut daran seine To-Do-Liste von kleinen Aufgaben zu bereinigen. Wenige wichtige Aufgaben führen zu Prokrastination und Langeweile. Stattdessen ist es hilfreich lange Listen mit Aufgaben zu erstellen, die früher oder später erledigt werden müssen. Wer diese dann noch von unangenehm zu angenehm ordnet, ist auf einem guten Weg produktiv zu arbeiten. 
 



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