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Mist, Fehler – oder eine Chance? Der Umgang mit Fehlern in der Fehlerkultur

Fehler sind ein fester Bestandteil unseres Lebens. Es ist daher paradox, eine Fehlerlosigkeit im Beruf zu erwarten. Hier kommt der Begriff der Fehlerkultur ins Spiel. Was eine Fehlerkultur ist und wie man diese offen und positiv lebt und gestaltet, erfährst du in diesem Beitrag.

Fehler sind ein fester Bestandteil unseres Lebens. Es ist daher paradox, eine Fehlerlosigkeit im Beruf zu erwarten. Hier kommt der Begriff der Fehlerkultur ins Spiel. Was eine Fehlerkultur ist und wie man diese offen und positiv lebt und gestaltet, erfährst du in diesem Beitrag.

18.03.2021 | Ein Beitrag von Laura Hofschlag | Bilder: Unsplash

Die deutsche Gesellschaft gilt als Leistungs- und Erfolgsgesellschaft. Durch erbrachte Leistung, gelangt man zielgerecht zum Erfolg – aber bitte fehlerfrei. Besonders auf der Arbeit ist kein Platz für Fehler. Doch gerade dort ist eine offene und positive Fehlerkultur von großer Bedeutung. Frei nach dem Motto: „Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen” – Dietrich Bonhoeffer.

Was ist eine Fehlerkultur? 

Wir starten mit einer Definition der Fehlerkultur. Eine Fehlerkultur setzt voraus, dass Fehler passieren. Damit einher geht außerdem das Bekennen zu Fehlern. Im Fokus der Fehlerkultur steht die Reaktion auf Fehler. Sprich: Wie wird mit Fehlern umgegangen und welche Folgen ziehen Fehler mit sich? Es ist wichtig, dass Unternehmen einen richtigen Weg im Umgang mit Fehlern finden.

Unterschied Fehlerkultur und Fehlermanagement 

Im Gegensatz zur Fehlerkultur ist das Fehlermanagement auf folgende Punkte ausgelegt:

  • Entdecken des Fehlers
  • Analyse und Diagnose
  • Fehlerkorrektur

Der Fokus liegt auf der Prävention von Fehlern. Daher lässt sich das Fehlermanagement eher mit einer Fehlervermeidungskultur gleichsetzen. 

Was sind Fehler? 

Abhängig vom Beruf, der Sozialisierung, charakterlichen Veranlagungen oder persönlichen Prägungen, interpretieren wir Fehler unterschiedlich. Geschieht ein Fehler, spüren die meisten von uns Angst, Scham oder Stress. Diese Emotionen lösen Unsicherheit und fehlendes Selbstvertrauen aus. Doch Fehler liegen in der Natur des Lebens und somit sind sie auch für uns Menschen ein fester Bestandteil.

Aktuelle Fehlerkultur in deutschen Unternehmen 

Prof. Michael Frese von der Leuphana Universität in Lüneburg, hat in seiner Studie die Fehlerkultur in 61 Ländern verglichen.  Deutschland landet auf dem 60. Platz. Das zeigt: In vielen Unternehmen herrscht hierzulande noch eine sehr niedrige Toleranz für Fehler. Mitarbeiter*innen, die Fehler begehen, hüllen sich in einen Mantel des Schweigens. Auf der Arbeit ist für Fehler kein Platz. Es erwartet sie Kritik, eine Ermahnung vom Vorgesetzten oder im schlimmsten Fall die Kündigung. All das zieht eine starke Angst vor Fehlern mit sich. Passiert ein Fehler, geht es nicht mehr um den Fehler an sich, sondern um den Beweis, dass man nicht die schuldige Person ist. Eine schlechte Fehlerkultur hat jedoch Folgen:

  • Fehler von anderen werden gedeckt
  • Entstandene Fehler werden vertuscht
  • Es herrscht Unsicherheit und Mitarbeiter*innen scheuen sich davor, Neues auszuprobieren
  • Mitarbeiter*innen sind demotiviert
  • Führungskräfte treffen eher defensive Entscheidungen

Defensive Entscheidungen werden nicht im Sinne der Organisation getroffen, sondern so, dass sie möglichen Schaden von der Führungskraft abwenden. Es wird nicht die beste Lösung gesucht, sondern die Lösung, die Stress vermeidet. 

umgangmitfehlerninderfehlerkultur

Will man konstruktiv und auf eine langfristige Sicht erfolgreich mit Fehlern umgehen, sollte man diese nicht verbannen – Offenheit ist die Devise.

Offene Fehlerkultur 

Eine offene Fehlerkultur setzt voraus, dass Fehler und Probleme nicht verheimlicht werden. Gemeinsam sollte offen und transparent über Fehler gesprochen werden. Das benötigt Vertrauen zwischen Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen. Wichtig ist, dass eine offene Kommunikation nach oben und unten möglich ist – auch Arbeitgeber*innen müssen Fehler vor ihren Mitarbeiter*innen transparent machen und ansprechen.

Bei SIRPLUS wird auf eine offene Fehlerkultur geachtet. Wenn du mehr über sie erfahren willst, schau mal hier vorbei: Lebensmittelretten Mainstream machen, das Konzept von SIRPLUS.

Positive Fehlerkultur

Im besten Fall entwickelt sich aus einer offenen Fehlerkultur eine positive Fehlerkultur. Hier werden Fehler nicht ignoriert und ebenso wenig lädt eine positive Fehlerkultur dazu ein, die Sorgfältigkeit schleifen zu lassen. Vielmehr werden Fehler als Chance zum Lernen gesehen. Daher braucht es den richtigen Umgang mit ihnen.

Keinen Schuldigen suchen:

Es geht primär um den Fehler und nicht um die verantwortliche Person. Mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, bringt niemandem was.

Keine Drohungen und Konsequenzen: 

Drohungen und Konsequenzen sind unangebracht und setzen die Mitarbeiter*innen nur noch stärker unter Druck.

Analyse der Situation:

Fehler sind emotional behaftet. Es ist daher wichtig, erstmal auf der Sachebene Klarheit zu schaffen. Am besten konzentriert man sich auf folgende Fragen:

  • Wodurch ist der Fehler aufgetreten?
  • Was kann daraus gelernt werden?
  • Wie wahrscheinlich ist es, dass der Fehler erneut passiert?

Erkennen von Optionen:

Nach einem Fehler sollten Unternehmen ihren Blick nach vorne richten – auch wenn ein Fehler ärgerlich ist. Fehler sind eine Erfahrung und vor allem eine Chance auf Verbesserung.

Eine positive Fehlerkultur, in der sensibel, vertrauensvoll und menschlich mit Fehlern umgegangen wird, stärkt die gute Zusammenarbeit und steigert die Produktivität. Im Unternehmen herrscht eine offene Arbeitsatmosphäre und die Bindung der Mitarbeiter*innen wird gestärkt. Die positive Fehlerkultur eines Unternehmens prägt auch das Bild nach außen und sichert langfristig Erfolge.

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Wie gehe ich mit meinen Fehlern um? 

So gut es geht solltest du deinen Fehler analysieren und beschreiben, was und warum er passiert ist. Dabei musst du dich nicht rechtfertigen. Es geht darum, den Fehler sachlich zu betrachten und eventuell erste Lösungsansätze zu finden. Du solltest dabei niemals zu hart zu dir selbst sein – Fehler passieren. Es bedarf zwar an Selbstkritik, aber ebenso an Selbstakzeptanz.

Eine neue Chance 

Eine positive Fehlerkultur wird hoffentlich in Zukunft auch in deutschen Unternehmen Fuß fassen. Wir alle sind Menschen und niemand ist so ganz fehlerfrei. Der richtige Umgang und eine gute Selbstreflexion führen dazu, dass Fehler als Chance gesehen werden und das Selbstvertrauen gestärkt wird.

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Welche weitere Art von Wandel Führungskräfte von Morgen brauchen, erfährst du im Interview mit dem 17-jährigen CEO Andre Braun.

Lies auch: Wie heutzutage gelebte Führungskultur und Wertschätzung aussieht.

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