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Nachhaltige Arbeitgeber*innen

GOTS: „Vom Feld bis zur Kleiderstange“

INTERVIEW | GOTS zeichnet fair hergestellte Bio-Textilien aus und möchte diese in die Mitte unserer Gesellschaft bringen. Erfahre hier, was GOTS als Arbeitgeber ausmacht.

INTERVIEW | GOTS zeichnet fair hergestellte Bio-Textilien aus und möchte diese in die Mitte unserer Gesellschaft bringen. Erfahre hier, was GOTS als Arbeitgeber ausmacht.

11.01.2022 | Ein Interview geführt von Laura Hofschlag | Bilder: GOTS

Täglich werden wir mit neuen Siegeln konfrontiert – „fair“, „vegan“ und „nachhaltig“. Doch kaum jemand weiß, was sich wirklich hinter diesen Begriffen versteckt und ob man sich auf das Siegel verlassen kann.

GOTS geht hier mit gutem Beispiel voran und hebt sich im ‚Siegeldschungel‘ von anderen ab. Holger Stripf, Head of Marketing, gibt uns im Interview spannende Einblicke in das Unternehmen.

Wer weiß, vielleicht bist Du schon an der nächsten Version des GOTS-Siegels beteiligt und kannst den GOTS-Alltag miterleben?

JOBVERDE: Wofür steht das GOTS-Siegel?

Holger Stripf: GOTS ist der weltweit führende Textilverarbeitungsstandard für Bio-Fasern. Als unabhängige Non-Profit-Organisation bezieht er ökologische und soziale Kriterien bei der Herstellung von Textilien mit ein. Dabei unterliegt die gesamte textile Lieferkette einem unabhängigen sowie transparenten Zertifizierungsprozess. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Bio-Textilien zu einem wichtigen Teil des täglichen Lebens zu machen und damit die Lebensverhältnisse der Menschen und die Umwelt zu verbessern.

Wieso sollte ich beim Kauf auf das GOTS-Siegel achten?

Gerade heutzutage, mitten in der Klimakrise und der Pandemie werden beinahe täglich neue Missstände ans Licht gebracht: Vor allem in der Textilindustrie rücken die Schattenseiten des Alltags der Arbeiter*innen und fragwürdige Umweltpraktiken in konventionellen Betrieben in den Fokus der Öffentlichkeit. GOTS steht für ein verlässliches, nachhaltiges und ethisch vertrauenswürdiges Siegel. Im Gegensatz zu anderen Siegeln, betrachten wir bei GOTS nicht nur einen Teilaspekt der Textilproduktion, sondern die vollständige Lieferkette – vom Feld bis zur Kleiderstange. Konsument*innen können sich daher sicher sein, dass ein GOTS zertifiziertes Textilprodukt sowohl fair als auch möglichst umweltfreundlich hergestellt wurde. Wir bei GOTS sind der Meinung, dass der globale Aspekt der Textilindustrie ein gemeinsames Konzept für die Zertifizierung und Kennzeichnung von Ökotextilien fordert, um diese aus der Nische in den Mainstream-Markt zu bringen.

Hast du Tipps, wie man sich im Siegeldschungel zurechtfinden kann?

Zu oft lesen wir „Bio“, „Fair“, „Vegan“ oder „Tierleid-frei”, aber um sicher zu gehen, dass diese Behauptungen auch wirklich der Realität entsprechen, sind Textilsiegel eine wertvolle Orientierung. Verlässliche Siegel informieren Verbraucher*innen inwiefern und unter welchen Bedingungen die textilen Endprodukte der Hersteller angefertigt wurden. Der beste Tipp ist wohl wirklich vor allem der, sich mit den wichtigsten und umfassendsten Siegeln zu beschäftigen und Recherche zu betreiben – was diese abdecken und was die Bestandteile der Zertifizierung sind. Neben zahlreichen Siegelvergleichen (Stiftung Warentest hat den Global Organic Textile Standard (GOTS) zum besten Öko-Siegel gekürt) helfen auch unsere Website, Social Media Auftritte und unser Youtube-Kanal, auf dem Erklär-Videos zu finden sind. Konsument*innen sollten immer auf eine korrekte und vollständige Nutzung eines Siegels achten. Bei GOTS besteht dieses aus drei essenziellen Angaben:            

- dem GOTS-Logo (oder dem ausformulierten Schriftzug)

- dem GOTS Kennzeichnungsgrad, der Aufschluss über die textile Zusammensetzung gibt

- der Lizenznummer der Zertifizierungsstelle.

Was bedeuten die neueren Versionen des GOTS-Siegels und wie kommen diese zustande?

Circa alle drei Jahre tritt eine neue Version des GOTS verbindlich in Kraft. Jede neue Version bringt noch umfassendere Kriterien mit sich.

Um unsere Ziele zu erreichen, werden international tätige Akteure, die über Fachwissen in den Bereichen ökologische Produktion, Textilverarbeitung, Textilchemie sowie soziale Kriterien verfügen und die Industrie, eingeladen, zum Überarbeitungsprozess beizutragen. Zu dem Zweck stetiger Optimierung nehmen all diese verschiedenen Akteure am umfassenden Revisionsprozess Teil, der sich über mehrere Stufen erstreckt. Das Ziel eines jeden Revisionsverfahrens bei GOTS ist es, strenge und bindende Anforderungen an ökologische und soziale Faktoren entlang der textilen Lieferkette zu stellen. Gleichzeitig steht die Notwendigkeit der Praktikabilität bei der industriellen Herstellung einer breiten Palette von Produkten ebenfalls im Fokus. Bei der letzten GOTS Version 6.0 wurde zum Beispiel besonders an dem sozialen Aspekt der fairen Vergütung für Arbeiter*innen gearbeitet.

SiegelGOTS

GOTS bezieht sich nicht nur auf ökologische, sondern auch auf soziale Faktoren entlang der textilen Lieferkette. (Bild: Global Organic Textil Standard)

In welchen Bereichen sucht ihr gerade Verstärkung? 

Momentan ist GOTS vor allem auf der Suche nach Verstärkung in zwei Bereichen: Der Weiterentwicklung und Verbesserung des Standards durch Spezialisten in der textilen Produktion sowie der Verarbeitung der Daten, die wir zur Organisation und des Managements der vielen zertifizierten Betriebe brauchen. Wir suchen aber auch immer wieder engagierte Praktikant*innen und andere Unterstützung. Es lohnt sich also, regelmäßig bei unserem Job-Board vorbeizuschauen.

Was charakterisiert GOTS als Arbeitgeber?

Bei GOTS steht vor allem Teamwork, flache Hierarchien und ein respektvoller, offener Umgang miteinander im Fokus. Da wir ein relativ kleines, internationales Team sind, existiert reger Kontakt zwischen den einzelnen Bereichen – von regionalen Repräsentant*innen bis hin zum Marketing Team. Das erlaubt auch kurzfristige Absprachen, den Austausch von Ideen und Kompromissbereitschaft untereinander.

Wie kann man sich den Arbeitsalltag in eurem weltweit agierenden Unternehmen vorstellen?

GOTS agiert global, das heißt, wir haben Angestellte auf nahezu allen Kontinenten. Die meisten arbeiten bereits seit Jahren remote, also aus dem ‚Büro‘ des eigenen Zuhauses. Untereinander interagieren wir viel über Online-Meetings – die verschiedenen Zeitzonen bedeuten nur, dass wir viel jonglieren müssen, wenn es um ein großes gemeinsames Treffen, zu Zwecken eines Workshops oder Seminaren, geht.

Die Bereitschaft zu reisen um den GOTS auf Messen, Diskussionen oder Fortbildungen vorzustellen gehört vor allem bei den regionalen Repräsentant*innen zum Alltag. Bei ihnen stehen auch ein reger Kontakt und die Beraterfunktion für Betriebe immer auf der alltäglichen Agenda.

In drei Worten kann der GOTS-Alltag also mit den Begriffen: „global, abwechslungsreich und flexibel” beschrieben werden.

Wie blickt GOTS in die Zukunft?

Wir blicken mit noch mehr Motivation denn je in die nächsten Jahre. Die Nachfrage nach Bio-Fasern wächst mit dem momentanen Zeitgeist in der Gesellschaft. Mehr und mehr Menschen informieren sich tagtäglich (noch) weiter zum Thema Nachhaltigkeit in allen Aspekten des Lebens – von Nahrung bis hin zu Textilien.

 

Vielen herzlichen Dank für das Interview, lieber Holger!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an GOTS stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare. Wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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