Innovative Arbeitgeber im Fokus

Lebensmittel retten mit Too Good To Go

Interview | Laure Berment berichtet als Geschäftsführerin der Foodsharing-App Too Good To Go von Visionen und der Arbeitsmentalität des erfolgreichen Unternehmens.

Interview | Laure Berment berichtet als Geschäftsführerin der Foodsharing-App Too Good To Go von Visionen und der Arbeitsmentalität des erfolgreichen Unternehmens.

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07.05.2020 | Bilder: Too Good To Go | Das Interview führte Romek Vogel


JOBVERDE: Frau Berment, Sie sind Geschäftsführerinder Foodsharing-App „Too Good To Go“ in Deutschland, über die überschüssige Lebensmittel in Überraschungstüten zum kleinen Preis vermittelt werden.
Welche Erfolge konnten Sie in jüngster Vergangenheit verzeichnen und wie entwickelt sich das noch junge Sozialunternehmen?

Frau Berment: Too Good To Go hat sich seit seiner Gründung 2015 rasant zu Europas führender App für Lebensmittelrettung entwickelt. In Deutschland ist die App seit 2016 und auch dort überschlagen sich die Meilensteine geradezu: Wurde Mitte 2019 die 2 millionste Mahlzeit vor der Tonne über die App gerettet, erreichten wir die 3 Millionen Marke bereits zum Jahreswechsel 2020. Die Community ist zu einer richtig großen Food Waste Bewegung gewachsen: Inzwischen zählen sich über 3,5 Millionen Menschen in Deutschland zu Too Good To Go-Lebensmittelrettern.

Diese Bewegung ist ein wichtiger Baustein unserer Mission als Social Impact Unternehmen: Über die App hinaus engagiert sich Too Good To Go auch in anderen Lebensbereichen wie in Privathaushalten, mit Unternehmen, in Bildung und auf politischem Parkett für die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Unsere aktuelle Kampagne mit dem Namen “Oft länger gut” sorgt in Zusammenarbeit mit inzwischen 55 Lebensmittelproduzenten für Aufklärung in Privathaushalten über Datumskennzeichnung und Haltbarkeit von Lebensmitteln.

 

Wir sind noch lange nicht am Ende: Das Problem der Lebensmittelverschwendung ist vielschichtig und enorm. Es gibt noch wahnsinnig viel zu tun. Erst kürzlich stellten Forscher fest, dass die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung der größte Hebel ist, um die UN Klimaziele zu erreichen.

Warum sollte man sich für einen Job oder eine Karriere bei Too Good To Go entscheiden?

Wir haben eine klare Vision: Einen Planeten ohne Lebensmittelverschwendung. Mit jeder geretteten Mahlzeit tragen wir zur Umweltschonung bei. Diese Sinnhaftigkeit, die uns in unserer täglichen Arbeit bei Too Good To Go begegnet, hat einen sehr starken Effekt und hält uns alle als Team zusammen. Die Unternehmenskultur bei Too Good To Go ist einmalig: Wir geben uns nicht mit dem Status Quo zufrieden, probieren aus und evaluieren, sind offen und transparent miteinander, begegnen uns alle auf Augenhöhe und wollen vor allem eins: Mahlzeit für Mahlzeit die Welt ein Stückchen besser machen. Außerdem sind wir weiter auf Wachstumskurs - die Entwicklungschancen sind enorm.

Was zeichnet Too Good To Go als Arbeitgeber aus?

Wir bei Too Good To Go stehen alle hinter der Vision und Mission: Wir wollen eine Welt ohne Lebensmittelverschwendung kreieren. Das macht sich an unserer Arbeitskultur bemerkbar. Darüber hinaus sind alle, die bei Too Good To Go arbeiten, aus gutem Grund dort: Sie sind Experten auf ihrem Gebiet. Und so begegnen wir einander auch: Offener Austausch, Kommunikation auf Augenhöhe und Offenheit für Ideen zeichnen die Arbeitsatmosphäre bei Too Good To Go aus. Außerdem gibt es so viel Gestaltungsspielraum für jeden einzelnen Mitarbeiter - sowohl inhaltlich als auch seinen Arbeitsalltag zu gestalten.

Welche persönlichen Eigenschaften und welche fachlichen Fähigkeiten sind bei Ihnen aktuell besonders gefragt?

Auch wenn es vielleicht klischeehaft klingt: Der große Gestaltungsspielraum erfordert viel Kreativität, Out-of-the-Box-Denken und eine Hands-On-Mentalität. Gleichzeitig nehmen wir uns alle nicht zu ernst - Spaß am Arbeitsplatz gehört bei Too Good To Go auf jeden Fall dazu. Und wer für das Thema Lebensmittelrettung brennt, ist bei uns an der richtigen Stelle.

Verraten Sie uns, wie sich Too Good To Go weiterentwickeln wird – Stichwort Internationalisierung?  

International wird 2020 ein spannendes Jahr für Too Good To Go: Wir werden sowohl in Schweden als auch den USA an den Start gehen. Aber nicht nur international, auch hier in Deutschland stehen spannende Themen auf dem Plan: Wir werden unser Food Waste Movement auf allen Ebenen - Unternehmen, Politik, Bildung und Privathaushalten - weiter vorantreiben, um noch mehr Lebensmittel vor der Tonne zu retten. Und natürlich unser Angebot in der App noch flächendeckender in Deutschland anbieten.

Sie haben als Überzeugungstäterin mit Marktschwärmer bereits eine erfolgreiche Online-Plattform für regionale Erzeuger ins Leben gerufen. Was treibt Sie persönlich an?

Essen ist ein zentrales Thema in unseren Kulturen, in unserem Leben. Es ist sehr viel mehr als nur reine Nahrungsaufnahme, sondern immer auch Ausdruck von Kultur: Es stiftet Identität und trägt zur Prägung dieser Identität bei. Daher ist die Beschäftigung mit diesem Thema für mich die Beschäftigung mit dem Kern des Lebens.

Die zurückgehende Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln ist ebenfalls kulturell geprägt. Das liegt mir besonders am Herzen. Daran arbeiten wir bei Too Good To Go jeden Tag.

Und welche Erfahrungen haben Sie als Führungskraft gemacht - wie motivieren Sie Ihr Team am besten und nachhaltigsten?

Ich interessiere mich aufrichtig für die Menschen, die bei mir im Team arbeiten: Mir liegt sehr viel daran, dass es allen gut geht, sie sich wohlfühlen und sich als Teil des Ganzen sehen. Denn ich bin der festen Überzeugung, dass wir als Unternehmen nur deshalb so erfolgreich sind, weil wir als Team so gut funktionieren.

 

Außerdem sind natürlich die richtigen Talente an den richtigen Stellen entscheidend. So können wir alle voneinander lernen, wachsen gemeinsam und können unserer Unternehmensvision jeden Tag einen Schritt näherkommen. 

Lob und Anerkennung der tollen Arbeit, die das Team jeden Tag leistet, sind für mich ebenso wichtige Bausteine wie offene Kommunikation und Transparenz

Eine große Portion Spaß und Witz darf natürlich auch nicht fehlen.

Vielen Dank

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