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Stress im Berufsleben

Uns allen begegnen im beruflichen Alltag ab und zu stressige Situationen, wie Deadlines von Projekten oder ein viel zu großer Berg an Aufgaben. Doch was wenn das Stressgefühl im Beruf überhand nimmt?

Uns allen begegnen im beruflichen Alltag ab und zu stressige Situationen, wie Deadlines von Projekten oder ein viel zu großer Berg an Aufgaben. Doch was wenn das Stressgefühl im Beruf überhand nimmt?

22.07.2022 | ein Beitrag von Isabel Lüdenbach | Bild: Andrea Piacquadio, pexels

In vielen Jobs wird von Bewerber*innen schon von vornherein gefordert, dass sie in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahren und den Überblick behalten. Stress begegnet den meisten von uns regelmäßig im Arbeitsalltag. Ob es die immer näher rückende Deadline, der Druck ausübende Chef oder der viel zu langsam laufende Computer ist, die uns den Arbeitstag erschweren.

In der Gesellschaft nimmt Stress immer weiter zu. Einer 2021 veröffentlichten Studie der Techniker Krankenkasse zufolge, ist das Stresslevel in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Während sich 2013 gerade einmal 20 % der Befragten häufig gestresst fühlten, gaben im Jahr 2021 26 % der Studienteilnehmer*innen an, häufig unter Stress zu stehen. Auch die Anzahl der Personen, die angaben sich nie gestresst zu fühlen, sank von 14 % im Jahr 2016 auf 9 % im Jahr 2021. 

Zwischen den Geschlechtern wurden Unterschiede im Stresserleben festgestellt. Frauen fühlen sich etwas häufiger gestresst, als Männer, wobei der geschlechtsspezifische Unterschied in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat. Ein Faktor, der das Stresserleben stark beeinflusst, ist die Arbeit. Durch die Studie stellte sich heraus, dass sich Personen, die im Berufsleben stehen, alle in etwa gleich gestresst fühlen. Wohingegen bei Personen, die bereits im Rentenalter sind, das Stresslevel abnimmt.

Wie sich Stress auf uns auswirkt

Oft nehmen wir den alltäglichen Stress einfach hin und machen uns nicht allzu viele Gedanken um die Auswirkungen, die Stress mit sich bringt. Einerseits kann Stress kurzzeitig sogar sehr sinnvoll sein, zum Beispiel wenn wir in Prüfungssituationen sind, in denen wir uns fokussieren müssen. Andererseits kann sich dauerhafter Stress negativ auf unsere körperliche und mentale Gesundheit auswirken. Ein erhöhtes Stresslevel geht einher mit einem verminderten allgemeinen Gesundheitszustand und auch die Lebenszufriedenheit nimmt bei häufigem Erleben von Stress ab. 

Stresssituationen aktivieren in unserem Körper die “fight or flight response” (Kampf-oder-Flucht-Reaktion). Dabei interpretiert der Körper die Stresssituation als eine Gefahr und schüttet, um uns zu schützen und auf eine mögliche Flucht oder einen bevorstehenden Kampf vorzubereiten, Adrenalin aus.

Psychische Auswirkungen

Stehen wir regelmäßig unter Stress, hat dies negative Folgen auf Körper und Geist. Symptome von Nervosität über Schlafstörungen bis hin zum Gefühl der Erschöpfung können uns plagen. Ändern wir in diesen Fällen nichts an unserer Situation und bleiben dem dauerhaften Stress weiter ausgesetzt, kann es dazu kommen, dass man an einer psychischen Krankheit erkrankt. Stressbedingt kommt es dabei vornehmlich zu Angststörungen, wie beispielsweise Panikattacken oder sozialen Ängsten, Depressionen oder zum Burn-out.


Dauerhafter Stress kann sich negativ auf unsere psychische und körperliche Gesundheit auswirken (Bild: Andrea Piacquadio, pexels).

Körperliche Auswirkungen 

Nicht nur psychisch reagieren wir auf Stress, auch körperlich werden Auswirkungen bemerkbar. Lang anhaltender Stress kann sich negativ auf alle Bereiche des Körpers auswirken. Stresssymptome, die typischerweise auftreten können sind Tinnitus, Bluthochdruck, ein geschwächtes Immunsystem und Magen-Darm-Beschwerden, die von Sodbrennen bis hin zu Magengeschwüren reichen. Durch schlechte Selbstfürsorge, bei fehlender Zeit oder Motivation zur körperlichen Bewegung und gesunden Ernährung, kann die körperliche Gesundheit ebenfalls abnehmen. Wodurch es wahrscheinlicher wird an Übergewicht und Diabetes zu erkranken. 

Die Risiken für verschiedene Krankheiten werden durch die stressbedingten Symptome erhöht. Bluthochdruck und erhöhte Werte des Blutfettes erhöhen beispielsweise das Risiko für einen Herzinfarkt. Auch Personen, die bereits von einer Krankheit betroffen sind, können eine Verschlimmerung dieser erfahren. Zum Beispiel Hauterkrankungen, wie Schuppenflechte und Neurodermitis können sich unter starker Stressbelastung verschlimmern.

Auswirkungen von Stress auf die Arbeit

Wenn wir so häufig unter Stress stehen, dass dadurch körperliche und seelische Symptome von Erkrankungen auftreten, wirkt sich dies wiederum negativ auf unsere Arbeit aus. Wer unter Migräneanfällen leidet, kann sich auf Dauer schlechter konzentrieren und fällt krankheitsbedingt des öfteren aus. Und wer sich bis zum Burnout überarbeitet, wird die darauffolgende Zeit auch erstmal von der Arbeit fern bleiben. Ein aushaltbares, geringes Stresslevel im Arbeitsalltag kommt also sowohl Arbeitnehmenden, als auch Arbeitgebenden zu Gute, da die Arbeitnehmenden seltener krankheitsbedingt fehlen und ihren Job lieber und motivierter ausüben, wenn sie nicht unter ständigem Druck stehen.


Fühlt man sich von der Arbeit dauerhaft gestresst und überlastet, ist es wichtig sich eine*n Ansprechpartner*in zu suchen (Bild: Christina @ wocintechchat.com, unsplash).

Auswege aus dem Stress

Um Stress zu reduzieren oder einen gesünderen Umgang mit stressigen Situationen zu erlernen gibt es unterschiedliche Wege. Selbst kleine Veränderungen und Anpassungen im Alltag können schon dabei helfen, weniger gestresst zu sein. 

Anpassungen auf der Arbeit 

Eine einfache erste Lösung wäre das Ansprechen der Situation auf der Arbeit. Wenn dein*e Chef*in verständnisvoll ist, lässt sich vielleicht über diesen direkten Weg bereits das Problem beheben. Eine mögliche Lösungsoption wäre in diesem Fall eine Reduktion des Arbeitspensums. Man könnte untereinander im Team bessere Absprachen treffen, damit niemand mit einem Haufen von Aufgaben überflutet wird. Eine andere Option wäre eine Änderung des Arbeitsmodells, vielleicht würde es dir helfen weniger Stunden zu arbeiten und dadurch mehr Zeit für einen Ausgleich in der Freizeit zu haben oder hast du einen langen Arbeitsweg und das Arbeiten im Homeoffice wäre eine Erleichterung für dich?

Vielleicht fällt es dir auch schwer deine Aufgaben sinnvoll zu priorisieren. Hast du das Problem, wenn Abgaben anstehen, dass du plötzlich auf den letzten Drücker alles fertig machen musst, weil du immer andere Aufgaben diesem Projekt vorgezogen hast? Die richtige Priorisierung deiner Aufgaben kann hier helfen. Hierfür gibt es verschiedene Methoden, die du anwenden kannst, zum Beispiel das Eisenhower-Prinzip, bei dem man seine Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit bewertet oder die SMART-Methode, die dabei hilft Ziele sinnvoll zu setzen und so zu einer effizienteren Arbeitsweise beiträgt.

Jobwechsel

Wenn der Job es nicht hergibt, die Rahmenbedingungen so zu verändern, dass der Arbeitsalltag entschleunigt werden kann, kannst du als finale Option einen Jobwechsel in Betracht ziehen. Falls du in einem Job arbeitest, der dir mehr negativ aufstößt, als dass er dir Spaß macht, kann es helfen einen Job zu suchen, der sinnstiftend ist und von den Themen her in deinem Interessengebiet liegt. Denn wenn du hinter den Bestrebungen und Zielen deiner Arbeitsstelle stehst, kannst du die Arbeit auch besser mit deinem Gewissen vereinbaren. Ein Job, bei dem du anderen Menschen hilfst oder bei dem du deiner Umwelt etwas Gutes tust, kann dir auch helfen wieder motiviert an die Arbeit zu gehen und einen Sinn in dem zu sehen, was du tust. Es kann außerdem zusätzlich helfen einen Beruf auszuüben, der deinen Fähigkeiten und Interessen entspricht, da du dich so mehr mit der Arbeit identifizierst und deine Stärken und dein Wissen einbringen kannst.

Entspannungsmethoden  

Um nach der Arbeit besser abschalten zu können und sich was Gutes zu tun, gibt es viele verschiedene Entspannungsmethoden, die helfen können. Methoden die helfen können sind unter anderem Yoga, autogenes Training, Progressive Muskelentspannung und Meditation. In vielen Orten werden Kurse für Yoga, Meditationen, Tai Chi oder andere Entspannungstechniken angeboten. In diesen Kursen wirst du beim Erlernen der Methoden angeleitet und kannst diese Erfahrung mit den anderen Kursmitgliedern teilen. Häufig werden Kurse zur Entspannung auch von den örtlichen Volkshochschulen angeboten. Für alle diese Entspannungspraktiken gibt es außerdem die Möglichkeit diese begleitet online durchzuführen. Zum Erlernen der verschiedenen Techniken können angeleitete Durchführungen helfen, diese gibt es beispielsweise als App oder in Videoform. Für Meditationen gibt es mittlerweile ein breit aufgestelltes Online-Angebot, die dir die Möglichkeit bieten, kurze Entspannungspausen in deinen Alltag einzubinden.

Eine Auswahl der gängigen Meditationsapps findest du im Beitrag der LifeVERDE-Redaktion zu 7 Meditations-Apps, die du kennen musst. Die Online-Version bietet natürlich den Vorteil, dass du deine Yogapraxis oder das autogene Training als kurze Pause in deinem Alltag einbauen kannst, zum Beispiel in der Mittagspause im Homeoffice.


Kurze Pausen im Alltag, können uns dabei helfen, dass wir uns weniger gestresst fühlen (Bild: Mikhail Nilov, pexels).

Stressmanagement

Ein weiterer Weg zu lernen, besser mit Stress im beruflichen Umfeld umgehen zu können, ist die Teilnahme an einem Seminar oder einem Workshop zum Stressmanagement. In so einem Kurs erfährt man, wie man in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt und setzt sich mit Methoden der Stressbewältigung auseinander. Des Weiteren gibt es auch Seminare für Führungskräfte, in denen diese lernen, wie sie für ihre Mitarbeiter*innen eine angenehme, möglichst stressfreie Arbeitsatmosphäre schaffen, in Stresssituationen sinnvoll und empathisch handeln und somit für weniger stressbedingte Krankheitsfälle unter den Mitarbeitenden sorgen.

Ein für viele schwieriger, aber sehr hilfreicher Schritt, um einen besseren Umgang mit Stress und Maßnahmen zur Stressprävention zu erlernen, ist es, eine Therapie zu beginnen. Insbesondere für Personen, die schon lange und regelmäßig unter Stress leiden, kann der Schritt sich qualifizierte Hilfe von außerhalb zu holen, besonders hilfreich sein. Damit bewahrt und verbessert man die eigene psychische Verfassung und schützt sich vor Burnout, Depressionen und weiteren Erkrankungen. Bei einer psychischen Erkrankung helfen Psychotherapien diese zu behandeln und so zurück in ein normales, befreites Leben zu gelangen. Wer sich über Hilfsangebote bei psychischen Problemen informieren möchte, wird hier fündig.

Der Umgang mit beruflichem Stress

Stress im Beruf kann uns ganz schön mitnehmen und uns stark belasten. Auf Dauer können durch anhaltenden Stress körperliche, als auch psychische Erkrankungen entstehen. Um diesen vorzubeugen, gibt es zum Glück eine Menge verschiedenster Vorgehensweisen. So hat jede*r die Möglichkeit einen für sich funktionierenden Weg zu finden, um beruflichen Stress zu reduzieren. 

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Hier findest du einen spannenden Beitrag zum Thema Was der Generation Z bei der Arbeitssuche wichtig ist

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