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Internationaler Naturschutz – die Stiftung EuroNatur im Interview

INTERVIEW | Du möchtest mit deinem Engagement zum Schutz des europäischen Naturerbes beitragen? Im Interview mit EuroNatur erfährst du mehr über die Arbeit einer Naturschutzorganisation.

INTERVIEW | Du möchtest mit deinem Engagement zum Schutz des europäischen Naturerbes beitragen? Im Interview mit EuroNatur erfährst du mehr über die Arbeit einer Naturschutzorganisation.

18.08.2023 | Ein Interview von Hannah Chondros und Nina Cramer | Bild: EuroNatur

Immer mehr Menschen suchen Arbeitsplätze im Bereich des Umweltschutzes, um aktiv an der Bewältigung drängender Umweltprobleme teilzunehmen und positiven Einfluss auf die nachhaltige Gestaltung unserer Zukunft zu nehmen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Helfer*innen aus den verschiedensten Berufsgruppen, denn die Bedrohung der Lebensräume durch die wachstumsorientierten Lebens- und Wirtschaftsweise unserer Zeit nimmt immer weiter zu. Hierfür sind nicht nur Expert*innen im Bereich Naturschutz gefragt, sondern auch IT-Spezialist*innen, Soziolog*innen, Kommunikationsexpert*innen und viele mehr. 

Es ist wichtig unsere Natur zu schützen, denn sie bietet nicht nur unglaubliche Landschaften und einzigartige Anblicke, sondern hat mit ihren Wäldern, Meeren und Flüssen eine große Bedeutung für unser Klima. Den Schutz des europäischen Naturerbes hat sich EuroNatur zur Aufgabe gemacht. EuroNatur setzt sich für die großräumige Sicherung intakter Naturlandschaften und die ökologische Entwicklung der jeweiligen Region ein. Im Interview stellt Leonie Kraut, die Leiterin der Verwaltung von EuroNatur, die Organisation vor. Sie erzählt uns, was das Arbeiten dort besonders macht und wie du mit deinen Fähigkeiten und Kenntnissen einen wertvollen Beitrag leisten kannst.

JOBVERDE: Liebe Leonie, EuroNatur setzt sich für den Schutz des europäischen Naturerbes ein. Mit welchen aktuellen Projekten leistet ihr euren Beitrag zum Umweltschutz und wie sieht euer Team aus?

Leonie Kraut: Unsere Projekte sind sehr vielfältig und immer auf langfristige Zusammenarbeit und Erfolge ausgelegt. Ein anschauliches Beispiel ist unser Einsatz in Rumänien, wo wir die letzten verbliebenen Ur- und Naturwälder Europas vor der Zerstörung retten wollen. Diese Wälder sind mit ihrer reichen Biodiversität und ihrer Bedeutung für das Klima ein Naturerbe von unschätzbarem ökologischem Wert! Ähnlich sieht es auf dem Balkan aus, wo noch unberührte Flüsse zu finden sind – in Mitteleuropa sind solche Flusslandschaften längst zerstört. Damit diese Flüsse nicht auch durch Wasserkraftprojekte verloren gehen, bieten wir und unsere Partner den Lobbyisten die Stirn – und sind dabei erfolgreich!

Diese anspruchsvollen Aufgaben meistern wir mit unserem engagierten Team von Radolfzell am Bodensee aus. Zudem haben wir eine kleine Dependance in Brüssel, um dicht an den EU-Entscheidungsträgerinnen und Regierungsverantwortlichen zu sein.

Als kleines Team arbeitet ihr mit einigen Partnern zusammen. Wie sehen eure Arbeitsweisen und Kooperationen aus?

Unsere Naturschutzarbeit setzt an der Basis an. Anstatt den Menschen vor Ort Konzepte überzustülpen, versuchen wir gemeinsam mit ihnen langfristige Wege zu finden, wie sie im Einklang mit der Natur leben und wirtschaften können. Zuverlässige und kompetente, lokale Partner sind für diese Arbeit essentiell, denn sie kennen die regionalen und kulturellen Gegebenheiten am besten. 

Mit wissenschaftlichen Studien belegen wir die Schutzwürdigkeit, Einzigartigkeit und Bedrohung von Arten, Landschaften und Lebensräumen. Wir fordern den konsequenten Schutz bei nationalen und internationalen politischen Organen und Gerichten ein. Wo notwendig, üben wir auf die Entscheidungsträger öffentlich Druck aus, zum Beispiel durch Protestaktionen und mediale Aufmerksamkeit. Dieser Ansatz hat sich bewährt.

Der Vjosa in Albanien ist der letzte, unberührte Fluss Europas (Bild: EuroNatur).

Bei welchen Projektthemen seht ihr eine besondere Dringlichkeit und wie spiegelt sich das auf dem Arbeitsmarkt wider?

Weltweit spüren Menschen die negativen Folgen der wachstumsorientierten Lebens- und Wirtschaftsweise unserer Zeit. All unsere Projekte, die sich mit dem Schutz der Biodiversität sowie immer auch mit dem Umgang mit der Klimakrise befassen, sind daher von großer Dringlichkeit. 

Wir sind beständig auf der Suche nach Fachkräften mit Kenntnissen und Erfahrungen in den Bereichen Natur- und Umweltschutz. Bei EuroNatur arbeiten beispielsweise Naturschutzbiolog*innen und -ökolog*innen, Kulturwissenschaftler*innen oder auch Soziolog*innen. Für unsere Arbeit brauchen wir jedoch auch eine steigende Anzahl an qualifizierten IT-Fachkräften, engagierten Buchhalter*innen und natürlich Kommunikationsexpert*innen. Und dieser Bedarf in allen Bereichen wird voraussichtlich weiter wachsen. 

Was zeichnet EuroNatur als Arbeitgeber aus? Welche Benefits bekommen eure Arbeitnehmer*innen?

Uns ist wichtig, dass alle unsere Mitarbeiter*innen hinter unserer Mission und Arbeitsweise stehen können.  Es war toll, beim kürzlichen Team-Retreat zum Thema ‘Purpose und Werte’ zu sehen, dass uns alle im Kern die gleiche Motivation eint.

Uns ist bewusst, dass wir als gemeinnützige Stiftung nicht mit den Gehältern im öffentlichen Dienst und der freien Wirtschaft mithalten können. Soweit möglich, versuchen wir unsere Benefits daher beständig auszuweiten und zu verbessern. Wir bieten zum Beispiel neben den üblichen Zuschüssen zur betrieblichen Altersvorsorge und vermögenswirksamen Leistungen inzwischen auch steuerfreie Zuschüsse zur Förderung der ökologischen Mobilität oder Gesundheitsförderung an.

Wir bieten individuelle Teilzeitmodelle und haben neben einem Büromodell mit Möglichkeit zur Arbeit vom flexiblen Arbeitsort auch ein komplettes Remote-Modell, so dass manche unserer Mitarbeiter*innen inzwischen über ganz Deutschland verteilt leben und arbeiten. 

Welche Kompetenzen und Qualifikationen sollten Bewerber*innen bestenfalls mitbringen, um einen effektiven Beitrag zum Schutz der europäischen Natur zu leisten?

Je nach Arbeitsbereich und Tätigkeit sind die Kompetenzen und Anforderungen natürlich sehr unterschiedlich. Wichtig ist uns aber für jede Stelle die Motivation. Naturschutzarbeit erfordert ein starkes Engagement.

Im Projektbereich ist ein solides Verständnis der Grundprinzipien des Umwelt- und Naturschutzes zwingend notwendig. Dies beinhaltet Kenntnisse über Ökosysteme, Artenvielfalt, Naturschutzstrategien und Umweltgesetzgebung. Eine Ausbildung oder Erfahrung in einem relevanten naturwissenschaftlichen Bereich wie Biologie, Umweltwissenschaften, Geographie oder Ähnlichem kann eine gute Basis für die Arbeit im Naturschutz bieten. Wichtig ist auch die Fähigkeit, Projekte zuverlässig zu planen, koordinieren und umsetzen zu können.

Für Kommunikationsabteilung wie Projektmanager*innen gilt: Gute Kommunikationsfähigkeiten sind essentiell, um effektiv mit verschiedenen Stakeholdern zu interagieren, darunter Partnerorganisationen, Regierungsbehörden und natürlich die Öffentlichkeit. Wir arbeiten in interdisziplinären und interkulturellen Teams und mit verschiedenen Akteur*innen zusammen. Neben sehr guten kommunikativen Kompetenzen, zumeist auf Englisch, brauchen Mitarbeiter*innen die Fähigkeit, sich in verschiedene Perspektiven hineinzuversetzen, konstruktiv zu diskutieren und gemeinsame Lösungen zu finden.

Im Team von EuroNatur steht Umweltschutz an erster Stelle (Bild: EuroNatur).

Sind zurzeit offene Stellen ausgeschrieben? Welche Tätigkeiten wollt ihr in Zukunft ausbauen?

Wir suchen aktuell eine engagierte Redaktionsassistenz, die uns bei der Verwaltung und Erstellung von redaktionellen Inhalten sowie bei organisatorischen Aufgaben unterstützt. Wer sich also mit unseren vielfältigen Naturschutzthemen und unserer Haltung identifizieren kann, ein Gespür für gute Texte hat, mit digitalen Tools umgehen kann und gerne in einem kreativen Team arbeiten möchte, sollte sich unbedingt bewerben :D! Außerdem suchen wir Verstärkung für unseren Zugvogelbereich.

In den vergangenen Jahren sind wir beständig gewachsen und haben viele Stellen neu geschaffen und besetzt. Im Moment versuchen wir, die Mittelakquise auszuweiten und unser Fundament zu stärken, damit wir ausreichend Kapazitäten haben, um unsere Projekte zu betreuen. Wir freuen uns daher immer auch über Initiativbewerbungen. 

Von Spenden über ehrenamtliche Tätigkeiten. Wie kann man EuroNatur konkret noch unterstützen?

Jede Spende ist ein wirkungsvolles Signal gegen Naturzerstörung und eine der effektivsten Möglichkeiten, EuroNatur zu unterstützen. Regelmäßige Förderbeiträge ermöglichen uns zudem bessere Planbarkeit.  Auch individuelle Spendenaktionen sind möglich, genauso wie Zeitspenden: ehrenamtlich als Fotograf*in, Wikipedia-Autor*in, Musikkünstler*in, Hobbyfilmer*in, Blogger*in, oder einfach nur, indem unsere Botschaft geteilt wird, um so das Bewusstsein für Naturschutzthemen zu schärfen. 

Vielen herzlichen Dank für das Interview, liebe Leonie!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne EuroNatur stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare. Wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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