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Unternehmen auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit unterstützen – netz.NRW stellt sich vor

INTERVIEW | Wie schaffen Unternehmen es nachhaltiger zu werden? netz.NRW hilft Unternehmen, die sich nachhaltiger und sozialer ausrichten wollen und steht ihnen mit professioneller Expertise zur Seite.

INTERVIEW | Wie schaffen Unternehmen es nachhaltiger zu werden? netz.NRW hilft Unternehmen, die sich nachhaltiger und sozialer ausrichten wollen und steht ihnen mit professioneller Expertise zur Seite.

24.06.2022 | Ein Interview geführt von Deborah Iber und Isabel Lüdenbach | Bild: fauxels, pexels

Für immer mehr Menschen wird Nachhaltigkeit zu einem wichtigen Thema im Leben. Auch Unternehmen sehen zunehmend ihren Handlungsbedarf in Sachen Ressourcenschonung, Klima- und Umweltschutz und fangen an Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Unternehmen richten sich nachhaltiger aus, versuchen ihren CO2-Ausstoß zu minimieren und erarbeiten Nachhaltigkeitsziele. 

netz.NRW ist ein Wirtschaftsverband, der seine Mitgliedsunternehmen auf dem Weg zur Nachhaltigkeit unterstützt. Der Verband hilft den Unternehmen im ökologischen und sozialen Bereich verantwortungsvoller zu werden und steht ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite. Im Interview erzählt uns Svenja Noltemeyer aus dem Vorstand von netz.NRW mehr zur Arbeit des Verbandes.

JOBVERDE: Der Wirtschaftsverband netz.NRW besteht bereits seit 1985. Mit welcher Motivation wurde er damals gegründet und welche Mission verfolgt ihr heute?

Svenja Noltemeyer: netz.NRW ist aus dem "Netz für Selbstverwaltung und Selbstorganisation" hervorgegangen. Mit seiner Gründung wollten Mitglieder vom "Netzwerk Selbsthilfegruppen NRW" ökologische Produktion und soziale Betriebsführung fördern und ausbauen und sich gegenseitig intensiv unterstützen. Dies ist auch heute noch unsere Mission, denn die essentiell notwendige wirtschaftliche Transformation hin zu Nachhaltigkeit und ökologisch-sozialer Verantwortung kann nur gelingen, wenn die Unternehmen dahingehend selbst aktiv werden und Hand in Hand arbeiten.

Welche Themen stehen bei euch und euren Mitgliedsunternehmen im Vordergrund?

Unser Verbund richtet den Blick auf verschiedene Aspekte nachhaltigen Wirtschaftens. Während die soziale Absicherung der Beschäftigten in der Gründungszeit im Vordergrund stand, liegt unser Fokus jetzt auf Gemeinwohlorientierung und Fairness im unternehmerischen Alltag sowie einem schonenden Umgang mit Ressourcen. Für Klein- und Kleinstunternehmen, die häufig extrem eng kalkulieren müssen, um in den schwarzen Zahlen zu bleiben, ist das eine besondere Herausforderung. Aus diesem Grund haben wir unter anderem Kooperationsverträge geschlossen, die unseren Mitgliedsbetrieben den Zugang zu nachhaltiger Mobilität und Beschaffung erleichtern.

Euer Mitgliedsnetzwerk besteht mittlerweile aus über 200 Unternehmen und Organisationen. Aus welchen Branchen kommen diese und was verbindet sie?

Es ist sehr vielschichtig, unsere Unternehmen und Organisationen sind in den unterschiedlichsten Branchen tätig. Der soziale und medizinische Bereich, Bildung und Beratung sowie Raumplanung und Bauen sind vertreten, daneben fühlen sich aber auch Betriebe aus anderen Sparten bei uns wohl, wie etwa Kommunikation und Medien oder Handwerk und Handel. Wo auch immer sie aktiv sind, es eint sie der Wunsch und der Wille, ihr unternehmerisches Engagement sozial und ökologisch auszurichten und hier auch tatkräftig immer weiter voranzuschreiten.

Welche Kriterien müssen die Mitglieder erfüllen, um Teil von netz.NRW zu werden?

Anwärter*innen dürfen nicht gegen unsere Vereinsphilosophie der sozial-ökologischen Unternehmensführung verstoßen, sollten diesbezüglich bereits Maßnahmen umgesetzt und auch ein erkennbares Interesse daran haben, sich dahingehend weiterzuentwickeln. Auch die Unternehmensgröße stellt ein Aufnahmekriterium dar.


Unsere Interviewpartnerin Svenja Noltemeyer ist Vorstandsmitglied bei netz.NRW. (Bild: Svenja Noltemeyer)

Wovon können die Mitglieder bei netz.NRW profitieren?

Wir unterstützen unsere Mitgliedsunternehmen auf vielfältige Weise: Mit Beratungsangeboten rund um Fragen zur Buchhaltung und zur Umstellung auf grüne, klimaneutrale IT. Mit lokaler und regionaler Vernetzung im Rahmen von Gründungen, Start-ups und Genossenschaften, um gemeinschaftliche und individuelle unternehmerische Ziele zu erreichen. Mit Wissensaustausch, Workshops und der Einbindung in Förderprojekte. Und mit Sonderkonditionen bei verschiedenen Kooperationspartner*innen. Unser Angebot erweitern wir fortlaufend. 

Ihr entwickelt unter anderem Weiterbildungsprogramme und fördert Projekte. Könnt ihr uns dazu zwei konkrete Beispiele vorstellen?

Eines unserer spannendsten Projekte ist sicherlich Soufflearning, eine ganz besondere Weiterbildungsmethode, die wir gemeinsam mit unserem Verbundsmitglied Wissenschaftsladen Bonn speziell für Klein- und Kleinstunternehmen entwickelt haben. Bei Soufflearning handelt es sich um ein individuelles Lerncoaching, das direkt am Arbeitsplatz stattfindet. Dies hat sehr viele Vorteile für alle Beteiligten: Die Lernenden werden inhaltlich exakt dort abgeholt, wo sie stehen, die unmittelbare Anwendung des neuen Wissens on the job festigt das Gelernte und falls Klärungsbedarf besteht, sind die „soufflierenden“ Trainer*innen direkt für sie da, per Telefon und Bildschirmteilung. Arbeitgeber*innen wiederum müssen für die Dauer der Fortbildung nicht auf ihre Mitarbeiter*innen verzichten.

Ein weiteres innovatives Projekt ist CreateNet.NRW, bei dem netz.NRW das Fördermanagement, die Antragstellung und die Projektumsetzung übernimmt. CreateNet.NRW untersucht den Betrieb und die Eigentümer*innenstrukturen von Immobilien, die von der kreativen Szene genutzt werden sowie deren standortbezogene Arbeitsbedingungen. Ziel des Projektes ist der Aufbau eines Netzwerks kreativwirtschaftlich genutzter Häuser in NRW, um die dort ansässigen Unternehmen zu stärken und den Erfahrungsaustausch unter den Immobilienbetreiber*innen zu fördern. 

Was sind eure Zukunftspläne und Visionen?

Unsere große Vision ist eine Gesellschaft, in der wirtschaftlicher Erfolg mit der Übernahme sozialer und ökologischer Verantwortung untrennbar verbunden ist. Wir sind überzeugt davon, dass dies die einzige zukunftsfähige Form der Betriebsführung ist und sich diese Ziele für alle Unternehmen gewinnbringend vereinen lassen. Wir befinden uns mittlerweile in einer Zeit, in der diese Einsicht schon gesellschaftlicher Konsens ist, bei der Gründung von netz.NRW sah das ganz anders aus. Auch die Bedürfnisse und Wünsche unserer Mitgliedsunternehmen wandeln sich und um sie heute und in Zukunft auf ihrem ökologisch-sozialen Weg zu unterstützen, bleiben wir ebenfalls nicht stehen. Wir strecken unsere Fühler ständig nach neuen Möglichkeiten aus, die uns der großen Vision ein wenig näherbringen. Aktuell arbeiten wir beispielsweise daran, für netz.NRW eine Gemeinwohlbilanz zu erstellen und wollen nach der Zertifizierung mit unserem Erfahrungswissen auch unsere Mitgliedsunternehmen auf diesem Weg unterstützen.     

Vielen herzlichen Dank für das Interview, liebe Svenja Noltemeyer!

Dir schwebt nun auch noch eine Frage im Kopf herum, die du gerne an netz.NRW stellen möchtest?

Dann schreib sie in die Kommentare. Wir freuen uns auf den Austausch mit dir!

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