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Sind Gesundheitsberufe zukunftsorientiert?

In Deutschland arbeiten über fünf Millionen Menschen in der Pflege und im Gesundheitswesen. Fünf Millionen Menschen, die einen Großteil des Systems auf den Schultern tragen.

In Deutschland arbeiten über fünf Millionen Menschen in der Pflege und im Gesundheitswesen. Fünf Millionen Menschen, die einen Großteil des Systems auf den Schultern tragen.

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04.05.2022 - Bilder_ unsplash

Egal in welchem Bereich, der pflegerisch-medizinische Sektor ist der Wohl am breitesten gefächerte und reicht von der medizinischen Fachangestellten oder Krankenschwester an Land, über den Schiffsarzt auf hoher See über die Piloten der Rettungshubschrauber und den zugehörigen Notärzten in der Luft. Sie leisten Hilfe in allen erdenklichen Lebenslagen; Menschen die diese Tätigkeiten ausüben stehen zu ihrem Beruf und begreifen ihren Job nicht selten als Berufung. Doch wie steht es heute um die Ausbildung in diesem Bereich: Ist die Bezahlung noch angemessen und welche Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung in diesem großen Sektor bieten sich an? Der folgende Beitrag liefert eine Übersicht für alle, die interessiert sind, oder bereits der Berufung in dem doch so wichtigen Bereich des täglichen Lebens nachgehen.

Mit der Ausbildung werden die Weichen gestellt

Die Frage, die sich Berufsanfänger häufig stellen, bevor sie die erste Bewerbung losschicken, lautet: Welcher der breit aufgestellten medizinischen oder pflegerischen Berufe sollte gewählt werden? Dabei gilt: Einen falschen Weg gibt es kaum. Der erlernte medizinische Beruf kann immer als gut fundierte Basis genutzt werden für den weiteren beruflichen Werdegang. Medizinisches Personal wird auf allen Ebenen gesucht und in verschiedenen Kanälen, darunter auch im Internet, gibt es tagesaktuell Stellengesuche, in denen Medizinische Fachangestellte gesucht bzw. MFA-Jobs angeboten werden.

Wer vorab beispielsweise in einer Landarztpraxis eine Ausbildung gemacht und erfolgreich abgeschlossen hat, könnte bei Interesse auch in ein Krankenhaus wechseln und dort arbeiten. Ähnlich ist es auch bei der Altenpflege: Auch nach einer Ausbildung im Pflegebereich kann in geriatrischen Abteilungen oder anderen Bereichen des Krankenhauses gearbeitet werden. Die Berufe sind deutlich vielseitiger als ein Laie auf den ersten Blick meinen könnte. So wird neben dem medizinischen Fachwissen auch organisatorisches Talent und natürlich der feinfühlige Umgang mit Menschen vorausgesetzt. Die Ausbildung erfolgt im dualen System zwischen Praxis und Berufsschule und dauert in der Regel drei Jahre. Welche der dreißig Fachrichtungen in Frage kommt, hängt allein von den persönlichen Interessen und Möglichkeiten ab. Die Vergütung wird nach Tarifvertrag in dem jeweiligen medizinischen Bereich berechnet.

Bild: unsplash - Medizinisches und Pflegepersonal begleitet durch das ganze Leben: Die Hebamme holt die Kinder auf die Welt. Die Pflegekraft umsorgt die alten Menschen.

Ist die Bezahlung heute noch angemessen?

Bei der nächsten Frage, die sich viele stellen, wenn es beruflich in Richtung Medizin und Pflege gehen soll, dreht es sich ums Geld: Werden die Arbeit, die Verantwortung, die Überstunden und die stressigen Spitzenzeiten ausreichend vergütet?

Prinzipiell gilt, dass gerade in der Ausbildung mit einem Anfangsgehalt gerechnet werden, das niedrig angesetzt wird. Später wird das Gehalt der Arzthelferin an die Arbeitsstelle und gegeben falls an die Fachrichtung angepasst. Spezielle Weiterbildungen können mit angerechnet werden und wirken sich meist sehr positiv auf den Lohnzettel aus. Alleine die Ausbildung ist meist nur der Grundstock für die berufliche Laufbahn. Die nachfolgenden beruflichen Möglichkeiten und Weiterbildungen können hier einen großen Einfluss auf das finale Gehalt haben. Wer im Krankenhaus oder anderweitig im Schichtbetrieb oder an Feiertagen unter anderem auch in der Altenpflege arbeitet, kann hier auch von Sonderzahlungen oder Schichtzulagen profitieren.

Weiterbildungen sind der Weg zu mehr Verantwortung

Doch mit einer Weiterbildung steigt nicht nur das Geld: Auch auf das anfangs Erlernte kann so weiter aufgebaut werden. Anders als in anderen beruflichen Sektoren können sich die Rahmenbedingungen für medizinische und pflegende Berufe gut auf die Lebensumstände und Verhältnisse der darin Beschäftigten anpassen. Somit kann die junge Mutter, die wieder stundenweise einsteigen möchte, in Teilzeit ihrer Tätigkeit nachgehen. Im Vorfeld abgeschlossene Weiterbildungen oder Spezialwissen in bestimmten Bereichen können dies deutlich unterstützen. So sind beispielsweise Fach- oder Betriebswirte gefragt, die spezielle Aufgaben im Management übernehmen können. Auch Quereinsteigern soll und kann so die Möglichkeit gegeben werden, im Gesundheitsbereich Fuß zu fassen.  Beliebt sind beispielsweise MFA-Kurse im Praxismanagement, zum/zur Fachwirt/-in für ambulante medizinische Versorgung, zum/zur Betriebswirt/-in im Gesundheitswesen sowie in Spezialbereichen, wie etwa der Onkologie oder der Ernährungsmedizin. Auch im Bereich der Pflege gibt es diverse Möglichkeiten, wie beispielsweise die Weiterbildung zur Fachkraft für Gesundheits- und Sozialdienstleistungen, zur Fachkraft in der kultursensiblen Pflege, zur Fachkraft in der häuslichen Pflege sowie fachspezifische Weiterbildungen in der Gerontopsychiatrie, in der Palliativpflege sowie für Demenz und Intensivpflege.

Aufgrund der vielen unbesetzten Stellen – egal ob bei medizinischen oder pflegeorientierten Berufen – sind Berufseinsteiger gern gesehen und willkommen. In Zeiten der Pandemie ist dieses doch schon seit Jahren bekannte Problem wieder mehr in den Vordergrund gerückt. Durch die vielen offenen Stellen können neben Auszubildenden immer wieder Quereinsteiger den Grundstein für einen langfristigen Arbeitsplatz in der Gesundheitsbranche und in der Pflege legen.

Bild: unsplash - Empathie und Hilfsbereitschaft sind Grundvoraussetzungen, die in der Pflege und im medizinischen Sektor Pflicht sind.

Das Gesundheitssystem nachhaltig gestalten

Nur ein gesundes Gesundheitssystem ist auch überlebensfähig. Wichtige Ziele sollten daher  langfristig sein:

  • ein guter Gesundheitszustand der Bevölkerung
  • eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für alle
  • der verantwortliche Umgang mit Ressourcen (finanziell, personell und natürlich)

Das System kann nur funktionieren, wenn die Attraktivität dieses Sektors langfristig erhalten bleibt und sich die Last auf viele geschulte Schultern verteilen lässt. Hier sei auch die Politik gefragt, die Arbeit des geschulten Personals dementsprechend der Verantwortung und der Belastung, körperlich und mental, zu vergüten und zu entlasten, heißt es regelmäßig in politischen Diskussionen zum Pflegenotstand. Berufsanfänger oder Quereinsteiger anzuwerben und der Arbeit des gesamten Sektors wieder mehr Augenmerk und Ansehen zu schenken, sollten wichtige Ziele sein. Die finanzielle und menschliche Wertschätzung derer, die den Beruf zur Berufung gemacht haben und sich mit den Sorgen und Leiden der Mitmenschen täglich beschäftigen, ist in den Augen vieler der größte Knackpunkt. Doch nur so kann dieser wichtige berufliche Sektor langfristig gesichert werden – für ein überlebensfähiges Gesundheitssystem.

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