Eine CSRErfolgsgeschichte seit 1981
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Eine CSR-Erfolgsgeschichte seit 1981

Bereits der erste Eigentümer der Lieferbäckerei MÄRKISCHES LANDBROT wusste um die Bedeutung von nachhaltigem Wirtschaften. Seitdem werden CSR-Aktivitäten auf unterschiedlichsten Ebenen leidenschaftlich vorangetrieben.

Bereits der erste Eigentümer der Lieferbäckerei MÄRKISCHES LANDBROT wusste um die Bedeutung von nachhaltigem Wirtschaften. Seitdem werden CSR-Aktivitäten auf unterschiedlichsten Ebenen leidenschaftlich vorangetrieben.

02.06.2017

LifeVERDE: Herr Deinert, welche CSR Strategie verfolgt MÄRKISCHES LANDBROT?

Christoph Deinert: Im Sinne einer ökonomischen, ökologischen und sozialen Ausgeglichenheit bedeutet Nachhaltiges Wirtschaften für MÄRKISCHES LANDBROT (Prioritäten gemäß Reihenfolge):

  • Die wirtschaftliche Größe von MÄRKISCHES LANDBROT ist ausreichend. Von Seiten der Geschäftsführung bestehen keine Zielvorgaben für eine Ausweitung des Unternehmens. Die Unternehmensziele liegen in einer weiteren Verbesserung von Produktqualität und Nachhaltigkeit der Brotbäckerei demeter.
  • Mindestens zehn Prozent des Jahresüberschusses nach Steuern werden für Spenden und Sponsoring von ökologischen und sozialen Projekten ausgegeben.

MÄRKISCHES LANDBROT engagiert sich für nachhaltige Projekte im Kiez, der Region, dem Land und auch international. Die Spendenmittel setzen sich aus Sachspenden und Geldbeträgen zusammen. Sachspenden können Brote und Brötchen sein, die zu viel gebacken oder z.B. für Veranstaltungen bestellt und produziert wurden.

MÄRKISCHES LANDBROT unterstützt eine Vielzahl von sozialen Projekten, die das soziale Umfeld der Demeter-Bäckerei stärken, aber auch gesellschaftliche Signale eines kleinen Unternehmens nach außen tragen. Daneben unterstützen wir mit Geldspenden schwerpunktmäßig Projekte hinsichtlich ökologischer Landwirtschaft, Produktion und Ausbildung in Krisengebieten wie der Nepal und Afrika. Für Geldspenden im Nepal und Afrika gibt es ein jeweils vorgegebenes Budget.

  • Die Eigenkapitalquote von MÄRKISCHES LANDBROT liegt bei mindestens 50 Prozent (Verhältnis vom Eigenkapital zur Bilanzsumme).
  • Das Eigenkapital des Unternehmens wird gegenüber Kapitalgebern mit maximal zehn Prozent verzinst (Eigenkapitalverzinsung).
  • Ein Zahlungsmittelüberschuss der wirtschaftlichen Leistung (operativer Cashflow) von mehr als 15 Prozent ist - zugunsten der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit - nicht gewollt.

Bei Unter- bzw. Überschreiten der Grenzwerte wird von der Geschäftsführung entsprechend gegengesteuert.
Unsere ökologische Ausrichtung wird im Rahmen des Umweltmanagements alle drei Jahre durch externe Gutachter revalidiert. Der Prüfbericht wird unter Aktuelles auf unserer Website veröffentlicht (nächster Termin Juli 2017).

Unsere soziale Ausrichtung wird im Rahmen einer Gemeinwohl-Bilanz alle zwei Jahre durch externe Gutachter auditiert. Auch dieser Bericht findet sich auf der Website, unter Downloads (aktuelle Bilanzerstellung 2017).



Seit wann besteht diese CSR Strategie? Welchen Anstoß gab es, eine CSR Strategie zu verwirklichen? Wie ist die CSR Strategie entstanden? Wie hat sie sich Schritt für Schritt aufgebaut?

Die persönliche Überzeugung des Eigentümers Joachim Weckmann, ökologisches und sozial gerechtes Wirtschaften auch ökonomisch gestalten zu können, konnte mit dem Kauf von MÄRKISCHES LANDBROT in 1981 umgesetzt werden.

In der Zeit nach 2000 fingen Firmen an, über gute Taten in der Öffentlichkeit zu berichten. Dies hatte bei MÄRKISCHES LANDBROT die Folge, dass die CSR-Projekte erfasst und systematisiert wurden. Eine ausführliche Version mit der Auflistung der sozialen Unternehmensleistungen wurde im Rahmen der Ökobilanz 2007 erstmals vollständig veröffentlicht. Später wurde ein separates CSR-Konzept veröffentlicht. Heute sind die CSR-Maßnahmen auszugsweise auf der Homepage von MÄRKISCHES LANDBROT und dem Land Boten (Firmenzeitschrift) beschrieben und werden regelmäßig aktualisiert.

Was erhoffen Sie sich von einer erfolgreichen CSR Strategie für das Unternehmen?

  • Verwirklichung eines nachhaltigen Wirtschaftens und Wahrnehmen der Verantwortung von MÄRKISCHES LANDBROT gegenüber der Gesellschaft
  • MÄRKISCHES LANDBROT ist Leuchtturm und als solcher vorbildgebend für andere Betriebe
  • Ein CSR-Konzept oder eine festgeschriebene Strategie lassen sich nach innen und außen glaubwürdiger vertreten.
  • Verbesserung der Mitarbeiter- und Kundenbindung

In Sachen CSR Management ist MÄRKISCHES LANDBROT ein Vorbild für andere Unternehmen. Welche Tipps können Sie Unternehmen geben, die eine CSR Strategie aufbauen möchten?

Die Unternehmensverantwortung fängt, so die Auffassung von MÄRKISCHES LANDBROT, im Unternehmen selbst an – also bei der Produktqualität, den Umweltauswirkungen und bei den Mitarbeitern. Auf dieser Basis erst kann ein Unternehmen glaubwürdig Verantwortung auch in marktwirtschaftliche Prozesse tragen und faire Beziehungen zu Lieferanten und Kunden aufbauen. Die Festigung sozialer Strukturen um das Unternehmen herum und die Unterstützung und Mitwirkung bei der Bewältigung drängender gesellschaftlicher Herausforderungen wie der Ernährung der Menschheit, des Klimawandels und der Erhalt der Artenvielfalt (Biodiversität) sind gerade heute bei schwindendem Einfluss politischer Akteure Aufgaben, bei denen wirtschaftlich agierende Unternehmen mitwirken können und sollten.

Bei Corporate Social Responsibility geht es nach unserer Auffassung grundsätzlich um eine nachhaltige Gestaltung des Kerngeschäfts eines Unternehmens und nicht hauptsächlich um externe Projekte.
Hilfreich ist auch die Festsetzung eines festen Budgets.

Im Jahr 2015 war MÄRKISCHES LANDBROT Finalist beim Deutschen CSR-Preis in der Kategorie CSR in der Lieferkette. Inwiefern hat dies neue Anstöße und Motivation im Unternehmen erbracht?

Aufgrund unserer langjährig nachhaltigen Wirtschaftsweise hatte die Auszeichnung als Finalist keine Auswirkungen bei uns.
Anders war es 2009 nach der Verleihung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises für die Top 3 in der Kategorie der nachhaltigsten Produktion Deutschlands. Die Struktur des Antragsverfahrens fanden wir so interessant, dass wir sie für unsere Website in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales übernommen haben.



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